Obdachlose

Ex-Eisfabrik-Bewohner beraten über weitere Unterbringung

Foto: Marc Tirl / dpa

Nach einer Nacht in den Räumen von Ver.di wollen die 23 ehemaligen Bewohner der Eisfabrik die Bundeszentrale wieder verlassen. Die Suche nach einer dauerhaften Bleibe geht weiter.

Die weitere Unterbringung der ehemaligen Bewohner der Berliner Eisfabrik ist offen. Nach einer Nacht in den Räumen der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di wollten die 23 obdachlosen Bulgaren die Bundeszentrale am Freitag wieder verlassen, sagte Ver.di-Sprecher Jan Jurczyk.

Die symbolische Aufnahme der mittellosen Menschen für eine Nacht sei auch ein Zeichen an den Senat, jetzt dringend tätig zu werden, betonte der Sprecher. „Es kann nicht sein, dass die baulichen Probleme der Eisfabrik so gelöst werden, dass man der Zivilgesellschaft das Problem mit den nun obdachlosen Menschen vor die Tür stellt“, kritisierte Jurczyk.

„Die Lage ist ernst, aber die Stimmung ist gut“

Die Bulgaren berieten nach dem Frühstück, wie es weitergehen soll. „Die Lage ist ernst, aber die Stimmung ist gut“, sagte ein Sprecher der Unterstützer vom „Bündnis Zwangsräumungen verhindern“. Bisher habe aber niemand eine Idee, wo die Gruppe übernachten könne.

Die Gruppe hatte zwei Jahre lang in einer ehemaligen Eisfabrik in Kreuzberg gelebt. Nachdem sie die Räume wegen Baufälligkeit verlassen mussten, wurden sie vorübergehend auf Kosten des Bezirks Mitte in Hostels untergebracht. Am Mittwoch stellte der Bezirk die Unterstützung ein und verwies auf Obdachlosen- und Notunterkünfte. Einen Umzug dorthin lehnten die Betroffenen ab, weil sie als Gruppe zusammenbleiben wollen.

( dpa/jkw )