Obdachlose

Ehemalige Eisfabrik-Bewohner suchen Zuflucht bei Ver.di

Weil ehemalige Bewohner der Eisfabrik nun auch nicht mehr die Übernachtung in einem Hostel bezahlt bekommen, suchten jetzt einige Unterschlupf in den Räumen von Ver.di - und stellten Forderungen.

Foto: Marc Tirl / dpa

Die ehemaligen Bewohner der Berliner Eisfabrik haben die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di um Unterstützung bei der Beschaffung von Wohnungen und Jobs gebeten. Die 23 obdachlosen Bulgaren suchten am Donnerstag die Bundeszentrale in Mitte auf. Auf einem Transparent machten sie ihre Forderung klar: "Eisfabrik-Bewohner-innen wollen Wohnungen und keine Räumung."

Bei einer spontan einberufenen Pressekonferenz sagte der Berliner Ver.di-Vize-Chef Roland Tremper zu, die Gewerkschaft werde auf Wunsch der Bulgaren einen Runden Tisch organisieren und moderieren. Die Bulgaren dürfen eine symbolische Nacht bei Ver.di verbringen. Sie sagten zu, am Freitag die Bundeszentrale zu verlassen.

Die 23 Bulgaren hatten etwa zwei Jahre lang in der Eisfabrik-Ruine gelebt. Nachdem die Fabrik wegen baulicher Mängel Ende Dezember geräumt wurde, war die Gruppe zunächst in einer Kirche, dann auf Kosten des Bezirks in Hostels untergekommen. Am Mittwoch stellte der Bezirk die Bezahlung weiterer Übernachtungen in Hostels ein und verwies die Bulgaren auf Obdachlosen- und Notunterkünfte in der Stadt.

Ver.di sei als unmittelbarer Nachbar der Eisfabrik ein natürlicher politischer Partner, sagte Sara Walther vom Unterstützerkreis "Bündnis Zwangsräumungen verhindern". Nach der versagten Hilfe durch den Bezirk seien alle ratlos gewesen, wie es weiter gehen solle. Die Gewerkschaft solle helfen, dass die Bulgaren nicht einfach wieder in die Anonymität abgeschoben würden, wie es beim Bezirk Mitte geschehen war. Eine Lösung sei ganz einfach. Der Bezirk oder der Senat sollten den Bulgaren eins der vielen leerstehenden Häuser zur Verfügung stellen, die der Liegenschaftsfonds verwalte.

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