DDR-Geschichte

Zwangsarbeit für Ikea – CDU-Politiker fordert Entschädigung

Der Berliner CDU-Abgeordnete Lehmann-Brauns kritisiert den Möbelkonzern Ikea für dessen Umgang mit DDR-Zwangsarbeit. Eine „so reiche Firma“ müsse Geld in die Hand nehmen und Betroffene entschädigen.

Foto: Heiko Wolfraum / dpa

Der Berliner Abgeordnete Uwe Lehmann-Brauns (CDU) kritisiert den Umgang des schwedischen Möbelkonzerns Ikea mit Zwangsarbeit in der ehemaligen DDR. Mehr als ein Jahr, nachdem bekannt wurde, dass die Schweden Möbel und Möbelteile aus der DDR liefern ließen, die auch von Zwangsarbeitern produziert worden sind, vermeide der Konzern noch immer Aussagen über eine Entschädigung der Betroffenen. Anfang November hatte sich Lehmann-Brauns mit einem Fragen-Katalog an den Chef von Ikea Deutschland, Peter Betzel, gewandt. Doch mit der Antwort ist der Parlamentarier nicht zufrieden:„Es ist eine einzige Drumherum-Rederei.“

Der Ikea-Konzern sei „auch weiterhin daran interessiert, zur Aufklärung der Produktionsbedingungen in der ehemaligen DDR beizutragen“, schreibt Betzel an Lehmann-Brauns. Daher unterstütze Ikea ein wissenschaftliches Forschungsprojekt der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG). „Bei der Frage der Entschädigung folgen wir dem Vorschlag der UOKG und fördern zunächst eine wissenschaftliche Untersuchung der Zwangsarbeit in der ehemaligen DDR allgemein“, so Betzel. „Eine wissenschaftliche Aufbereitung ist mir zu wenig. Eine so reiche Firma muss auch Geld in die Hand nehmen, um die Betroffenen entschädigen“, sagt der Abgeordnete.

Studie zur Zwangsarbeit bei IKEA soll im Mai 2014 kommen

Rainer Wagner, Bundesvorsitzender der UOKG, rechnet mit der Studie im Mai 2014. Die UOKG werde nach Vorliegen der Arbeit, spätestens im Sommer, Verhandlungen über die Entschädigung ehemaliger DDR-Häftlinge aufnehmen, die Zwangsarbeit leisten mussten. „Dabei wird es nicht nur um Ikea gehen“, kündigte Wagner an. „Ikea ist nur die Spitze des Eisberges.“

Weil die Treuhandanstalt viele DDR-Firmen verkauft habe, die ebenfalls von Zwangsarbeit profitiert hätten, sei auch das Bundesfinanzministerium bei den Zahlern mit ins Boot zu holen, betont Wagner. Die Idee sei, einen Renten-Fonds für die Betroffenen zu schaffen.

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