Berlin-Hellersdorf

Unbekannte verüben Böller-Anschlag auf Flüchtlingsheim

Das bundesweit in die Schlagzeilen geratene Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf ist in der Silvesternacht durch Pyrotechnik beschädigt worden. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Unbekannte Täter haben das bundesweit in die Schlagzeilen geratene Flüchtlingsheim im Berliner Stadtteil Hellersdorf mit Knallkörpern beschädigt. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, gingen in der Silvesternacht durch eine Detonation Glasscheiben an zwei Türflügeln der Unterkunft an der Carola-Neher-Straße zu Bruch. Menschen wurden nicht verletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei beobachteten zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes gegen 1.20 Uhr zwei Personen, als diese an der Eingangstür der Unterkunft Pyrotechnik mit Klebeband befestigten und anschließend zündeten. Die Explosion war stark genug, um die Flügeltüren aus Glas bersten zu lassen.

Die Sicherheitsleute entdeckten kurze Zeit später in der Maxie-Wander-Straße an einem noch leer stehenden Nebengebäude ebenfalls eine beschädigte Glasscheibe der Eingangstür. Auch hier seien Knallkörper mit Klebeband an der Glastür befestigt und gezündet worden.

>>> Alle Infos rund um Silvester 2013 in Berlin finden Sie HIER. <<<

Mitte August 2013 waren die ersten Flüchtlinge in die bis dahin leer stehende Schule eingezogen. Daraufhin waren Neonazis aufmarschiert, die rechtsextreme NPD wollte bei den verunsicherten Anwohnern Stimmung gegen die Asylbewerber machen.

Hunderte Befürworter des Heims versuchten mehrfach, mit Sitzblockaden Aufzüge der Rechtsextremen zu verhindern, es kam zu Ausschreitungen mit Verletzten. Die Vorgänge um die Unterkunft der Asylbewerber entfachten eine Debatte um die Flüchtlingspolitik in Deutschland. Vor allem Menschen aus Syrien und Afghanistan, aber auch Osteuropäer sind in der Carola-Neher-Straße untergekommen.

Inzwischen hat sich die Lage in Hellersdorf deutlich beruhigt, längst sind nachbarschaftliche Kontakte zwischen den Heimbewohnern und Anwohnern zustande gekommen. Zahlreiche Spenden erreichten die Asylbewerber, vor Weihnachten empfingen die rund 200 Flüchtlinge mehr als 100 Gäste aus der Nachbarschaft zur gemeinsamen Feier bei Punsch und Musik.

>>> Die große Silvesterparty am Brandenburger Tor im Minutenprotokoll <<<