Bei Flucht verletzt

Harter Einsatz der Berliner Polizei - Polen fordert Aufklärung

Die Berliner Polizei hat an der A10 mehrere mutmaßliche Falschgeldhändler aus Polen gestellt. Bei dem Einsatz wurden zwei Männer verletzt. Polens Außenminister verlangt Aufklärung.

Ein Einsatz von Spezialkräften der Berliner Polizei sorgt derzeit in Polen für Aufregung. Der Einsatz richtete sich am späten Abend des 12. Dezember auf einem Rastplatz des Berliner Autobahnrings A10 gegen mutmaßliche Falschgeldhändler.

Beamte eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) hatten nach längerer Observation drei Fahrzeuge gestoppt und wollten die Insassen festnehmen. Dabei leisteten die Männer erheblichen Widerstand, einige Verdächtige versuchten mit ihrem Wagen zu fliehen und rammten dabei ein Fahrzeug der Polizei.

„Es war zunächst nicht die Absicht der Einsatzkräfte mit solcher Härte vorzugehen, aber die Verdächtigen leisteten Gegenwehr und versuchten zu fliehen, daraufhin wurden unsererseits Zwangsmittel eingesetzt, bei denen es zu Verletzungen kam“, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich.

Zwei der festgenommenen und später freigelassenen Ingenieure hatten sich gegenüber polnischen Medien über das harte Vorgehen der Polizeibeamten beschwert und im Fernsehen ihre Verletzungen gezeigt. Die beiden Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert, sind wieder auf freiem Fuß und reisten nach Polen aus.

Ein dritter Verdächtiger wurde auf dem Rastplatz an der A10 festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. In dem Fall werde weiter auch gegen die beiden Ingenieure ermittelt, teilte die Polizei mit. Wegen der laufenden Untersuchungen wollte sie keine näheren Auskünfte geben.

Polens Generalkonsulat in Berlin hat eine detaillierte Aufklärung gefordert. Ein Vertreter des Generalkonsulats habe deshalb am Dienstag persönlich im Polizeipräsidium vorgesprochen, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich am Mittwoch. Auch der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski forderte Aufklärung. Er sagte der RBB-„Abendschau“ am Dienstag: „Wir erwarten Informationen von der Polizei, wie es dazu kommen konnte.“