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Berlins SPD will Schwimmbad im Tierpark bauen

Der Tierpark in Friedrichsfelde leidet an Besuchermangel. Da die Berliner SPD-Fraktion das Sanierungskonzept ablehnt, hat sie eine besondere Idee: Sie möchte ein Schwimmbad bauen lassen.

Foto: Tim Brakemeier / dpa

Die Berliner SPD-Fraktion möchte ein Hallenbad auf dem Gelände des Tierparks in Friedrichsfelde errichten, um die Attraktivität des Tierparks zu erhöhen. „Ein Schwimmbad könnte Synergien zwischen den Bäderbetrieben und der Zoo AG schaffen“, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh am Montag. Damit unterstützt die SPD Überlegungen des neuen Bäderchefs Ole Bested Hensing, der einen umfassenden Umbau der Bäderlandschaft angeregt hatte, vorerst jedoch an Vorbehalten gescheitert war.

Gleichzeitig lehnt die SPD das bisherige Sanierungskonzept des Tierparks ab. Das Programm „Tierpark 2020 plus“ sieht Investitionen in Höhe von 83 Millionen Euro unter anderem zum Bau einer „Galapagos-Erlebniswelt“ und einer Seilbahn über das Gelände vor. „Das hat keine Chance auf politischen Erfolg“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD, Torsten Schneider.

Mit dem Bau eines Schwimmbades erhofft sich die SPD, den Tierpark attraktiver für Besucher zu machen. Seit Jahren ist der Tierpark defizitär, während der Zoo in Charlottenburg schwarze Zahlen schreibt. Wie genau das Schwimmbad ausgestaltet werden soll, ist bei der SPD noch unklar. Das sollen Gespräche zwischen Bäderchef Hensing und dem neuen Zoochef Andreas Knieriem ergeben.

Tierpark ist der größte Landschaftszoo Europas

Überlegungen, mehr Besucher in den Tierpark zu locken, gibt es seit Jahren, erreicht worden ist bislang jedoch nichts. Dabei ist der Tierpark der größte Landschaftszoo Europas. Er wird jährlich von rund einer Million Gästen besucht. Allerdings liegt er abseits der Touristenströme und ist wegen der Weitläufigkeit für Familien und ältere Menschen weniger attraktiv. „Wenn ich mit meinen Kindern da hingehe, dann schlafen sie ein, bevor wir das erste Tier sehen“, so Saleh.

Der Zoo verzeichnet jährlich drei Mal so viele Besucher. Während der Zoo keine finanzielle Unterstützung des Landes Berlin erhält, ist der Tierpark auf Unterstützung angewiesen, zuletzt flossen sechs Millionen Euro aus der Landeskasse nach Friedrichsfelde, um die Kosten zu decken. Der Betrag soll nach dem Willen des Senates in den kommenden Jahren nach und nach gesenkt werden.

SPD will weitere Großprojekte in Berlin beschleunigen

Neben der Langzeit-Baustelle Tierpark will sich die SPD künftig auch anderen Großprojekten in der Stadt zuwenden, um sie zu beschleunigen. Nach Angaben Salehs ist der Senat derzeit in Gesprächen mit dem Investor Kurt Krieger über sein Großprojekt in Pankow. Seit 16 Jahren plant Krieger auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs den Bau eines Möbelhauses und eines Einkaufscenters. Jetzt soll endlich Bewegung in das im Bezirk umstrittene Bauprojekt. „Wir wollen Großinvestoren nicht verschrecken“, sagte Saleh.

Um für Großprojekte wie das Bauvorhaben am Pankower Rangierbahnhof verlässliche Kostenplanungen zu erstellen, haben SPD und CDU im Rahmen der Haushaltsberatungen eine Reihe von Änderungen beschlossen. So müssen künftig die Baukosten nicht mehr anhand der aktuellen Materialpreise sondern der Baupreise zur geplanten Fertigstellung berechnet werden. So sollen unerwartete Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauvorhaben vermieden werden. Nachträgliche Planungsänderungen bedürfen zudem der Zustimmung der Finanzverwaltung, sofern sie mehr als zehn Prozent betragen zusätzlich der Zustimmung des Hauptausschussses.

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