Berliner Wohnungsnot

In Lichtenberg könnten bis zu 12.000 Wohnungen gebaut werden

Im Bezirk Lichtenberg sind Grundstücke und Freiflächen für den möglichen Bau von 12.000 Wohnungen bis 2025 identifiziert worden. Die landeseigene Howoge plant schon bis 2016 etwa 1500 neue Wohnungen.

Foto: HOWEGO

Im Bezirk Lichtenberg sind Grundstücke und Freiflächen für den möglichen Bau von 12.000 Wohnungen bis zum Jahr 2025 identifiziert worden. Dieses verbindliche Potenzial nannte am Donnerstag Stadtentwicklungsstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) bei der Vorstellung der aktuellen Studie zum bezirklichen Entwicklungsplan Wohnen. Im Vordergrund stand aber der Beitrag Lichtenbergs zur Verabredung des Senats mit den Bezirken, in der bis 2016 laufenden Legislaturperiode 30.000 neue Wohnungen in Berlin zu errichten. „Etwa 4500 Wohnungen wollen wir dazu beisteuern“, sagte Nünthel.

Besonders kann er dabei auf die landeseigenen Howoge bauen. In ihrer Neubauoffensive plant die Gesellschaft bis 2016 etwa 1500 neue Wohnungen. So entsteht bereits seit April für 60 Millionen Euro das erste generationsübergreifende Quartier mit 400 Mietwohnungen auf ehemaligem Wohnheimgelände an der Treskowallee. Sein Name: Treskowhöfe.

„Berlin lebt von seiner sozialen Mischung“

Credo von Howoge-Chefin Stefanie Frensch, dem sich der Stadtrat anschließt: „Berlin lebt von seiner sozialen Mischung.“ Ähnliches beabsichtigen Bezirk und Howoge für das Gelände des einstigen Kinderkrankenhauses „Lindenhof“ mit etwa 400 Wohnungen und auf der Freifläche – kürzlich Stefan-Heym-Platz benannt – an der Ecke Frankfurter Allee/Möllendorffstraße. Dort sollen 215 Wohnungen und in einem 18-geschossigen Hochhaus Büroetagen entstehen. Nünthel haben jedoch schon Beschwerden erreicht: „Die Mieter von der gegenüberliegenden Seite an der Frankfurter Allee „befürchten zu viel Schatten“.

Große Hoffnungen setze der Bezirk Lichtenberg in die neue „Gartenstadt Karlshorst“. Die Berliner WPK will dort 400 Millionen Euro investieren. Auf dem ehemaligen Militärflughafen sind an der Zwieseler Straße die Arbeiten für eines der aktuell größten Wohnungsprojekte Berlins mit 1300 Wohnungen im Gange.

Baugeschehen ruht derzeit

Nünthel hat aber große Ängste um den Baufortschritt: „Berlins Finanzsenator verlangt vom Investor wesentlich mehr Geld für das Grundstück zum Bau einer Erschließungsstraße.“ Derzeit ruhe deshalb das Baugeschehen. Nünthels Referent Fabian Peter sagt: „Bei künftigen Eigenheimbesitzern spielen sich bereits Dramen ab.“

Für 2013 wurden in Lichtenberg 1300 Wohnungen genehmigt, ähnlich hoch ist die Zahl der 2014 geplanten Vorhaben. Auf gutem Weg sieht Nünthel ab 2014 das Mammutprojekt „The Square“ (450 Millionen Euro), neues Stadtquartier am Sportforum Hohenschönhausen mit Wolkenkratzer und 550 Wohnungen.