Cannabis legal

Kreuzberg beschließt Deutschlands ersten Coffeeshop

Foto: Steffen Pletl

Die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg hat für einen legalen Kiffer-Laden am Görlitzer Park gestimmt. Der Bezirk will eine Sondergenehmigung für das Modellprojekt beantragen.

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg will mit dem bundesweit ersten genehmigten Coffeeshop gegen Drogenhandel kämpfen. Die Bezirksverordnetenversammlungnhabe einen Antrag für ein Modellprojekt am Görlitzer Park verabschiedet, teilte die Grünen-Fraktion im Bezirk am Donnerstag mit.

Nun werde mit Beratungsstellen und Anwohnern ein Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erarbeitet. Dieses Amt muss die kontrollierte Abgabe von Cannabis erlauben.

Erfolgsaussichten ungewiss

Coffeeshops sind geduldete Verkaufsstellen für bestimmte Drogen. Bekannt sind die Haschisch-Cafés vor allem aus den Niederlanden. In Deutschland ist der Verkauf von Drogen verboten. Der Bezirk hofft daher auf eine Ausnahmegenehmigung aus öffentlichem Interesse.

Die Prohibitionspolitik der letzten Jahrzehnte sei gescheitert, erklärte die Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). „Wir müssen jetzt ungewöhnliche Lösungen denken.“

Bislang habe es noch keinen Antrag und auch nie einen bewilligten Coffeeshop in Deutschland gegeben, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Daher könne er die Erfolgsaussichten auch nicht einschätzen.

Berliner Senat lehnt Vorhaben ab

Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) und der rot-schwarze Berliner Senat hatten den Coffeeshop im Oktober deutlich abgelehnt. Die Einführung sei aus Gründen des Gesundheitsschutzes nicht denkbar und keine Maßnahme, den Drogenmissbrauch und illegalen Drogenhandel im Görlitzer Park einzudämmen. Dadurch werde der illegale Rauschgifthandel nicht aus der Welt geschafft.

Innensenator Frank Henkel (CDU) zufolge gab es in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Görlitzer Park 113 Razzien. Polizisten überprüften dabei 948 Menschen. Wegen Drogendelikten wurden 310 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

( dpa/ap )