GNTM

Heidi Klum hat jetzt Drehverbot an Berliner Humboldt-Uni

Für die nächste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ hatte Heidi Klum eine Bewerberin während einer Vorlesung im Hörsaal überrascht. Einige der 80 Anwesenden störte die 30-minütige Unterbrechung.

Foto: Jamie McCarthy / Getty Images

Normalerweise kommt Heidi Klum wohl problemlos in jedes Event. Doch an der Humboldt-Universität (HU) ist sie nicht mehr erwünscht, sie darf nicht mehr mit Kamerateam eine Vorlesung besuchen. Das hat die Universitätsleitung jetzt entschieden.

Der Hintergrund: Vor zwei Wochen war das Model mit einem Fernsehteam in einer Psychologievorlesung erschienen, um eine Studentin zu überraschen, die sich in einem Bewerbungsverfahren für die nächste Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) qualifiziert hat. Der Besuch wurde von der HU-Pressestelle genehmigt und mit dem vorlesenden Professor, Matthias Ziegler, abgestimmt. Doch um den Überraschungseffekt zu wahren, wurde nur ein GNTM-Produktionsteam angekündigt.

Die Dreharbeiten zur neunten Staffel der ProSieben-Show sind angelaufen. Der TV-Sender zeigt Deutschlands erfolgreichste Model-Show ab Februar 2014.

Keine Räume für einen Bondage- und Drag-Workshop

Ziegler war selbst überrascht, als Klum den Vorlesesaal in Adlershof betrat. „Da die Persönlichkeitsrechte der Studierenden nicht verletzt wurden, habe ich in der Aktion aber keine große Kontroverse gesehen und nicht mit der aufgeregten Reaktion einiger Studierender gerechnet“, sagte Ziegler.

Doch einige der 80 Anwesenden störte die 30-minütige Unterbrechung. Andere, wie Gender-Studies-Student Patsy Hetze, fragten sich, warum die HU einer Sendung wie GNTM eine Bühne bietet. Denn kurz zuvor hatte das Präsidium sich geweigert, dem „Referat für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans und Inter“ Räume für einen Bondage- und Drag-Workshop unentgeltlich bereit zu stellen. Hetze ist Gründungsmitglied des Referates, das mit einem offenen Brief gegen Diskriminierung protestierte. „Warum geht das eine und das andere nicht“, fragte Hetze und sprach vom „Paradox des HU-Wertesystems“.

HU-Sprecher Hans-Christoph Keller sieht Drehgenehmigung und Raumgenehmigung aber als „zwei verschiedene Paar Schuhe“. In Zukunft, so Keller weiter, „werden wir derartige Drehanfragen nicht mehr genehmigen“.