Kurden

PKK-Demonstration legt Berliner Innenstadt lahm

Tausende demonstrieren heute gegen das Verbot der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Aktivisten zogen bis zum Brandenburger Tor. Die Berliner müssen bis zum Abend mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Foto: Steffen Pletl

Am Sonnabend demonstrieren mehrere Tausend Menschen für eine Zulassung der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die Großdemonstration in der östlichen Innenstadt behindert den Verkehr erheblich.

20 Jahre nach dem Verbot der terroristischen PKK erwarteten die Veranstalter der Demonstration zwischen 15.000 und 20.000 Teilnehmer, die aus ganz Deutschland anreisen wollten. Unter dem Motto "Den Friedensprozess in Kurdistan fördern. Aufhebung des PKK-Verbots. Freiheit für Abdullah Öcalan" versammelten sich die Demonstranten ab zehn Uhr. Am frühen Nachmittag hatten sich kurz vor dem Brandenburger Tor rund 4000 Menschen eingefunden.

Polizeisprecher Thomas Neuendorf sprach von einer absolut friedlichen Stimmung. Der von den Kurden selbst eingesetzte Ordnungsdienst sei so gut aufgestellt, dass die Polizei nicht aktiv werden mussten. Mit Ausschreitungen und Zwischenfällen werde nicht gerechnet.

Zu dem Protestmarsch aufgerufen hatten überwiegend linke und kurdische Gruppen. Die Polizei ist mit rund 1300 Einsatzkräften im Einsatz und begleitet die Demonstration, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonnabendmorgen. Unterstützt werden die Berliner Beamten von der Bundespolizei und von Polizisten aus Bremen. "Wir gehen aber von einer friedlichen Veranstaltung aus."

Gegen 10 Uhr hatten sich bereits rund 1000 Menschen an der Karl-Marx-Allee zwischen Alexanderstraße und Schillingstraße versammelt. Der Demonstrationszug startete gegen 11 Uhr, die Route führte über Alexanderstraße, Grunerstraße, Mühlendamm, Gertraudenstraße, Leipziger Straße, Ebertstraße und Platz des 18. März. Auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Brandenburger Tor und dem Denkmal "Der Rufer" ist Schluss des Aufzuges. Vor dem Brandenburger Tor fand dann gegen 14 Uhr die Abschlusskundgebung statt. Angemeldet ist die Veranstaltung bis 18 Uhr.

Autofahrer sollen Alexanderplatz umfahren

"Wir bitten die Autofahrer, die östliche Innenstadt zwischen Alexanderplatz, Leipziger Straße und Brandenburger Tor weiträumig zu umfahren", sagte ein Polizeisprecher. "Wir rechnen mit mehreren Staus." Busse und Straßenbahnen sind ebenfalls von den Straßensperrungen betroffen.

In der Europäischen Union und in den USA gelten die Kurdische Arbeiterpartei (PKK, Partiya Karkeren Kurdistan) und ihre Nachfolgeorganisationen als terroristische Vereinigungen. In Deutschland ist die Partei seit 1993 verboten. Sie kämpft seit 1984 für einen eigenen Kurdenstaat oder zumindest ein politisches und kulturelles Autonomiegebiet im Südosten der Türkei.

In den vergangenen Jahren hat die PKK auch Anschläge verübt und sich Gefechte mit der türkischen Armee geliefert. Zehntausende Mitglieder und Anhänger starben während der jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen der PKK und der Armee und der Polizei. Unzählige Anhänger der verbotenen Partei wurden eingesperrt.

Ihr Anführer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 auf einer türkischen Insel im Gefängnis. Im Sommer begann die PKK mit dem Abzug von Kämpfern aus der Türkei in den Nordirak. Dadurch kamen Hoffnungen auf ein Ende des Kurdenkonfliktes auf. In der Türkei, im Irak, Iran und in Syrien leben mehr als 25 Millionen Kurden. BM

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