Berliner Schulen

Geplante Kürzung bei Sozialarbeitern ist vom Tisch

Weil eine Million Euro im Haushalt fehlten, sollten 20 Stellen an Berliner Schulen gestrichen werden. Nun sprechen SPD und CDU darüber, woher das Geld für die Sozialarbeiter kommen soll.

Die 19 von Kürzungen bedrohten Stellen für Schulsozialarbeiter sollen nun doch erhalten werden. Berlins SPD-Fraktionschef Raed Saleh kündigte am Montag an, die fehlende eine Million Euro in den laufenden Haushaltsberatungen für den Etat 2014/2015 bereit zu stellen.

„Die SPD möchte nicht weniger, sondern mehr Sozialarbeiter, nicht nur an Brennpunktschulen“, sagte Saleh. Man wolle Schüler und Eltern nicht allein lassen mit ihren Problemen, so der Fraktionsvorsitzende, auf dessen Initiative hin die Koalition ab dem kommenden Jahr ein Sonder-Förderprogramm für Schulen in Problemkiezen auf den Weg gebracht hat. Sozialarbeit sei aber auch an anderen Schulen, wo die Sozialdaten besser seien als an den Brennpunktschulen, sehr wertvoll und helfe Schülern, Lehrern und Eltern, den Schulalltag zu bewältigen. Über die Finanzierung der 19 bedrohten Stellen sei man jetzt mit dem Koalitionspartner CDU im Gespräch, sagte Saleh.

Grund für die Stellenstreichung waren die anstehenden Tarifsteigerungen, die im Landeshaushalt nicht ausreichend bedacht waren. Das Budget reichte nicht mehr aus, um alle 248 Stellen in diesem Programm weiter zu finanzieren. Deshalb sollten die 19 Sozialarbeiter kurzerhand mitten im Schuljahr schon im Januar 2014 abgezogen werden.

Die betroffenen Träger wurden bereits am 30. Oktober 2013 über die Stellenstreichung informiert. Für die Schulen kam die Nachricht völlig unvorbereitet. Bisher hieß das Ziel der Senatsbildungsverwaltung, Schritt für Schritt alle Schulen mit Sozialarbeitern ausstatten zu wollen. Nun sollte die Ausstattung nur noch für jene Schulen garantiert sein, die mehr als 40 Prozent Schüler nichtdeutscher Herkunft oder Schüler aus Familien, die auf Transferleistungen angewiesen sind, haben. Die geplante Kürzung hatte einen Proteststurm an den betroffenen Schulen, bei Trägern und in den Elterngremien hervorgerufen.