Marzahn-Hellersdorf

Aktbilder dürfen wieder in der Volkshochschule hängen

In der VHS Marzahn-Hellersdorf sind Aktbilder aus einer Ausstellung entfernt worden - aus Rücksicht auf Muslime, die Integrationskurse besuchen. Nun ist der Streit mit der Künstlerin beigelegt.

Der Streit um sechs Aktbilder der Berliner Malerin Susanne Schüffel an der Volkshochschule (VHS) Marzahn-Hellersdorf scheint beigelegt. Die Bilder, Teil einer Ausstellung, hingen in einem Flur der Volkshochschule an der Mark-Twain-Straße 27. Dann wurden sie aus Rücksicht auf Muslime kurzfristig abgehängt. Begründet wurde das laut Auskunft der Künstlerin damit, dass damit die Gefühle von Muslimen verletzt werden könnten, die in der VHS Integrationskurse besuchen. Am Sonntag fand ein Gespräch zwischen der zuständigen Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke) und der Künstlerin statt. Ergebnis: bis spätestens Ende der Woche werden die Aktbilder wieder in der VHS ausgestellt.

„Niemand möchte, dass die Freiheit der Kunst im Bezirk eingeschränkt wird“, sagte die Stadträtin. „Genau so wenig wollen wir den Deutschkurs für Flüchtlinge absagen.“ Bis zum Ende der Woche werde man gemeinsam eine Lösung finden. „Die Bilder von Susanne Schüffel werden an einem guten Platz in dem Gebäude ausgestellt.“ Die Kulturstadträtin bedauert nach eigenen Angaben, dass durch das Abhängen der Aktbilder so ein Konflikt entstanden ist. „Es ist nicht in unserem Sinne, in dieser Art und Weise mit multikulturellen Sensibilitäten und mit der künstlerischen Freiheit umzugehen.“

Aus Verärgerung der Vernissage ferngeblieben

Der Ärger war bei der 46-jährigen Künstlerin am Sonntag auch vorbei. „Ich freue mich natürlich über diese schnelle und unkomplizierte Lösung und darüber, dass meine Bilder in den nächsten Tagen wieder aufgehängt werden“, sagte sie. Sie wollte mit den Bildern schließlich nie provozieren, sondern lediglich die Schönheit des weiblichen Körpers zeigen. „Ich bin ein Mensch mit dem man reden kann“, sagt die Malerin. „Wütend war ich, weil die Bilder ohne mein Wissen entfernt wurden.“ Aus Verärgerung war sie der Vernissage am Freitag ferngeblieben.

Die Ausstellung zeigt bis Februar rund 50 Ölmalereien, Lithografien und Zeichnungen auf zwei Etagen.