Glücksatlas 2013

Berliner unglücklicher als der Durchschnittsdeutsche

Das Glückniveau ist Berlin niedriger als in den meisten Regionen Deutschlands, am unzufriedensten sind die Brandenburger. Doch im Europavergleich sind die Deutschen äußerst zufrieden mit ihren Leben.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die Berliner sind mit ihrem Leben unzufriedener als die Durchschnittsdeutschen. Während das allgemeine Glücksniveau bundesweit bei 7 von 10 Punkten liegt, erreicht die Hauptstadt nur 6,75 Punkte. Unter den Regionen in Ostdeutschland führt Berlin die Zufriedenheitsskala allerdings an, wie aus dem repräsentativen Glückatlas 2013 hervorgeht, den die Deutsche Post am Dienstag in Berlin vorstellte.

Generell gilt, dass eine geringe Arbeitslosigkeit, die Höhe des Einkommens und die Gesundheit entscheidende Faktoren für das Glücksgefühl sind. Der Glücksatlas beruht auf Umfragen und Daten des Sozioökonomischen Panels. Die Brandenburger sind von allen Befragten mit 6,52 Punkten am unzufriedensten.

Die jüngste Befragung zeigt, dass sich der Abstand beim Glücksniveau zwischen Ost- und Westdeutschland wieder leicht vergrößert hat, um 0,32 Punkte. Im Osten erreicht das Glücksniveau einen Wert von 6,73 auf der Skala, im Westen 7,05. Am zufriedensten sind die Menschen in Deutschland der Umfrage zufolge nach wie vor im Norden, wobei Schleswig-Holstein mit 7,31 Punkten Hamburg (7,27 Punkte) von Platz eins des Glücksrankings verdrängt hat. Im Mittelfeld liegen die westdeutschen Regionen.

Hohes Glücksniveau in Deutschland

Allerdings ist das Glücksniveau in Deutschland nach wie vor recht hoch. Im europäischen Vergleich schob sich Deutschland seit 2006 immerhin vom 15. Platz auf den achten Platz im Jahr 2012 nach vorn. Zur guten Stimmung hierzulande tragen vor allem im Europavergleich die wirtschaftlichen Bedingungen und die günstige Arbeitsmarktlage bei. Aktuell erreichen die Bürger im Glücksatlas-Spitzenreiter Dänemark einen mittleren Zufriedenheitswert von 8,9, während das Schlusslicht Griechenland lediglich auf 3,4 kommt.

„Deutschland befindet sich auf einem Zufriedenheitsplateau“, erklärte der Wissenschaftler Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg, einer der Leiter der Studie. Die kommenden Jahre würden zeigen, „ob wir zum höheren skandinavischen Glücksniveau aufschließen oder vielleicht sogar wieder etwas zurückfallen“.

Migranten zufriedener

Weiterhin zeigt die Studie, dass Migranten in Deutschland recht zufrieden sind mit ihrem Leben. Der Abstand zur Gesamtbevölkerung beträgt demnach lediglich 0,04 Punkte. Besonders die Kinder von Zuwanderern blicken recht zuversichtlich in die Zukunft. Ihre Lebenszufriedenheit liegt sogar um 0,1 Punkte über der Gesamtbevölkerung. Ausschlaggebend sind laut Studie neben wirtschaftlichen Gründen auch die Beherrschung der deutschen Sprache. So sagen 41 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund, dass es ihnen heute finanziell besser geht als vor fünf Jahren. In der Gesamtbevölkerung sind dies nur 26 Prozent.

Jeder zweite Migrant fühlte sich allerdings schon einmal diskriminiert. 57 Prozent gaben an, es sei schon vorgekommen, dass sie sich aufgrund ihrer Herkunft ungerecht behandelt fühlten. Dies zeigt sich überdurchschnittlich häufig in der türkischstämmigen Bevölkerung.

Für den Glücksatlas wurden Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) ausgewertet. Zudem befragte das Allensbach-Institut im Sommer 3.073 Bürger sowie 1070 Menschen mit Migrationshintergrund.