Austritte

Berliner Christen kehren evangelischer Kirche den Rücken

Der Mitgliederschwund in der Berliner evangelischen Kirche hält an. Ende 2012 betrug das Minus 1,4 Prozent. 14.700 Mitglieder traten in dem Jahr aus der Kirche aus.

Foto: Matthias Balk / dpa

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz verliert weiter Mitglieder. Ende 2012 gehörten der Landeskirche noch rund eine Million Frauen und Männer an. Das waren knapp 1,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor, heißt es im aktuellen statistischen Bericht, der zur am Mittwoch beginnenden Tagung der Kirchenparlaments vorgelegt wurde.

Insgesamt verlor die Landeskirche 2012 rund 14.700 Mitglieder, darunter knapp 9900 durch Kirchenaustritte. Die 1.351 Kirchengemeinden wurden von 945 Pfarrerinnen und Pfarrern betreut. Seit dem Zusammenschluss der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg mit der Evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz 2004 sind jedes Jahr zwischen 7000 und 11.000 Menschen aus der Landeskirche ausgetreten.

Die Landessynode kommt am Mittwoch in Berlin zu ihren viertägigen Herbstberatungen zusammen. Sie wird sich vor allem mit Haushaltsfragen, dem Engagement gegen Rechtsextremismus sowie mit der Reformation und dem kirchlichen Verständnis von Toleranz beschäftigen. Geplant ist, eine „Extremismus-Klausel“ für die Gemeindekirchenräte beschließen und dazu die Kirchenverfassung zu ändern. Damit sollen Neonazis und andere Rechtsextreme von der Wahl zu den Gemeindeleitungen ausgeschlossen werden. Zudem steht der Doppelhaushalt für 2014 und 2015 auf der Tagesordnung, mit einem Umfang von insgesamt knapp 653 Millionen Euro.