Rettungsschwimmer

DLRG will mit Bootskorso gegen Bäderschließung protestieren

Am 19. Oktober feiert die Gesellschaft in Berlin ihr 100-jähriges Bestehen - und nimmt das zum Anlass, gegen die Schließung von Bädern zu demonstrieren. Berliner können die Schau auf der Spree beobachten.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Diese Hilfe hat eine lange Tradition. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wird am 19. Oktober 100 Jahre alt. Die Organisation feiert ihr Jubiläum am Wochenende in Berlin.

Rund 11.000 Mitglieder hat die DLRG in der Hauptstadt, etwa 550.000 sind es bundesweit. In Deutschland ertranken im vergangen Jahr 383 Personen. In Berlin rettet die DLRG pro Jahr in rund 20 Fällen Menschen vor dem Ertrinken in der Spree und der Havel. „Das sind vor allem Kinder, die an Nebengewässern spielen und nicht beaufsichtigt werden“, sagte Frank Villmow, Landeseinsatzleiter der DLRG Berlin.

Rund 300 bis 400 DLRG-Mitglieder sind an Wochenenden an den Berliner Gewässern im Einsatz. 200 Kinder seien in diesem Jahr in Feriencamps zu Rettungsschwimmern ausgebildet worden, sagte Villmow. Für die Gesellschaft ist es wichtig, dass sie genügend Ausbildungsorte - also Schwimmbäder - nutzen kann.

200 Rettungsboote kommen aus mehreren Bundesländern

Deshalb kritisiert die DLRG, dass seit 2007 bundesweit 285 Bäder dicht gemacht wurden. Weitere rund 450 Einrichtungen seien bedroht, sagte DLRG-Präsident Klaus Wilkens bei einem Gespräch zur Jubiläumsfeier am Mittwoch. Und: „Ich war sehr zufrieden damit, dass die Absicht der Berliner Bäderbetriebe, 14 Hallen und Freibäder zu schließen, gebremst wurde.“

Gegen die Schließung von Bädern protestiert die DLRG am 19. Oktober mit einem 1,5 Kilometer langen Korso von rund 200 Rettungsbooten, die aus mehreren Bundesländern nach Berlin kommen. Berliner und Touristen können die Schau beobachten. Die Schiffe fahren gegen 11 Uhr von der Schleuse Charlottenburg auf der Spree Richtung Hauptbahnhof, weiter über Humboldthafen, Nordhafen und Westhafen, und treffen gegen 13.30 Uhr am Schloss Charlottenburg ein. Dort ist eine Kundgebung geplant, bei der auch ein Shanty-Chor singt.

Am Sonntag um 10 Uhr lädt die DLRG zum ökumenischen Gottesdienst ins Strandbad Wannsee ein. Dort wird auch ein neues Rettungsboot ‚getauft‘.

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