Best of Berlin

Hier lässt sich in Berlin Gulasch aller Art genießen

Ohne Majoran, Knoblauch, Zitrone und Kümmel geht es nicht: In den Berliner Restaurants lässt sich der klassische ungarische Fleischtopf auf vielerlei Art genießen. Eine Auswahl.

Foto: Massimo Rodari

Kreuzberg - Hausgemachtes Gulasch to go

Der Henkelmann ist hier ein Einweckglas, aber man könnte auch einen Topf von zu Hause mitbringen. Im G wie Goulasch, eröffnet vor fünf Jahren, ist der Name Programm. Hier dreht sich alles um Gulasch, hausgemacht und ohne Zusatzstoffe. „Aus Liebe zu Omas Küche“, so Levente Nagy, ein gebürtiger Ungar, der die kleine Restauration mit ihren gerade einmal 22 Plätzen zusammen mit André Schmermbeck vor fünf Jahren eröffnet hat. Einmal im Monat wechselt die Karte, Szegediner Goulasch mit Stampfkartoffeln (10,80 Euro) und Rindersaftgoulasch mit Serviettenknödel (11,80 Euro) werden gerade angeboten. Vor Ort oder als „Goulasch to go“.

G wie Goulasch, Chamissoplatz 1, Kreuzberg, U7 Gneisenaustraße, U6 Platz der Luftbrücke, Di.–So. ab 17 Uhr, Tel. 22 43 91 29, www.g-wie-goulasch.de

Schöneberg - Mit Gürkchen und Semmelknödel

Tradition muss sein. Deshalb serviert Martin Hartmann das Wiener Saftgulasch (14,50 Euro) mit einer Essiggurke. „Eigentlich nimmt man Rindfleisch aus der Wade, das ist aber sehr durchzogen und daher verwenden wir das etwas magerere Fleisch aus der Schaufel“, erklärt der Sissi-Wirt. So wichtig wie die Fleischqualität sind vier Grundgewürze: „Ohne Majoran, Knoblauch, Zitronenschale und -saft sowie Kümmel geht es nicht.“ Ebenfalls klassisch ist die Beilage: Semmelknödel.

Sissi, Motzstr. 34, Schöneberg, U1, 2, 3, 4 Nollendorfplatz., tägl. ab 12 Uhr, Tel. 21 01 81 01, www.sissi-berlin.de

Karlshorst - Dreimal Gulaš auf böhmische Art

Dass es in einem böhmischen Restaurant Gulasch gibt, liegt auf der Hand. Gleich dreimal steht das Gericht auf der neuen Karte des kleinen, 30 Plätze bietenden Restaurants. „Als Szegediner Gulaš für 7,90 Euro und als Hovädzi Gulaš, das ist ein im eigenen Saft gegartes Rindfleischgulasch für 9,90 Euro, jeweils mit Knedliky, hausgemachten böhmischen Knödeln, oder Kartoffeln“, zählt Chefin Renata Schulze auf. Gulasch Nummer drei ist die leichte Variante: Paprikaš (9,90 Euro) aus Putenbrust in einer pikanten Paprikasauce.

Restaurant Böhmischer Garten, Dönhoffstr. 35a, Karlshorst, Tel. 508 81 91, S3 Karslhorst, Di.–So ab 12 Uhr, boehmischer-garten.eu

Staaken - Wild im Schaukelpferd

Gutes Fleisch, langes Schmoren, keine Geschmacksverstärker und alles hausgemacht, das gehört zu den Geheimnissen des Gulaschs im gemütlichen österreichischen Gasthaus der ursprünglich aus Klagenfurt stammenden Familie Krobath. „Gulasch ist das ganze Jahr über ein Muss“, sagt Achim Krobath, der vor zwei Wochen das Rindergulasch von der Karte genommen und die Saison für Hirschgulasch mit Serviettenknödel, Rotkohl und Schwammerlsauce (12,80 Euro) eingeläutet hat.

Schaukelpferd - Zum Österreicher, Hauptstr. 6, Staaken, Bus M32 Hauptstraße, Di.–Sbd. ab 12, So. ab 10 Uhr, Tel. 364 87 48, zumösterreicher.com

Spandau - Von Kutschen, Wildschweinen und Hirschen

Wer das vor Dekor nur so strotzende Gasthaus mit seinen 75 Plätzen kennt, könnte denken, der Name „Kutschergulasch“ sei davon inspiriert. Dies ist aber nicht der Fall. Das hier servierte Kutschergulasch mit Klößen (halb & halb) sowie Rotkohl (10,50 Euro) verdankt seinen Titel einer „Wurstkrake“: Ein an einem Ende aufgeschnittenes Würtschen toppt diese Gulasch-Variante. Dazu gibt es Klöße und Rotkohl.

Restaurant Kolk, Hoher Steinweg 7, Spandau, U7 Altstadt Spandau, tägl. 11–23 Uhr, Tel. 333 88 79, www.kolk.im-netz.de

Pankow - Wahlweise pikant oder exotisch

Ein bisschen schärfer darf’s schon sein, findet die stellvertretende Geschäftsführerin Cornelia Schmidt. Deshalb steht das Paprikagulasch mit hausgemachten Spätzle (8,80 Euro) auch mit dem Zusatz „feurig“ auf der Speisekarte. „Gulasch wird das ganze Jahr gegessen“, weiß Landhaus-Chef Reiner Mosni und serviert daher auch noch ein Wildgulasch mit Thüringer Klößen (12,50 Euro). Im Angebot befindet sich neben Hirsch und Wildschwein auch Exotisches wie Känguruh-Fleisch.

Landhaus Pankow, Mühlenstr. 30, Pankow, S2, 8, 85 Pankow, U2 Vinetastraße, Mo.–Sbd. 11.59–23.29, So. 11.59–21.59 Uhr, Tel. 48 33 19 33, www.restaurant-landhaus.de

Mitte - Mit Waldpilzen und Kräuterspätzle

Niedrige Temperaturen und zwei bis drei Stunden schmoren lassen, so werden Rindfleisch aus der Oberschale, Zwiebeln, Tomatenmark, Kümmel, Zitronenschale und weitere Gewürze zu einem zarten Gulasch. In der Küche von Erwin Leitner gehört das Gulasch zu den unerlässlichen Standards, die, unabhängig von Jahreszeiten und Temperaturen, von den Gästen des modernen Wirtshauses gewünscht werden. Im Herbst wird auf Wild gesetzt.

Alois Oberbacher, Elisabethkirchstr. 2, Mitte, Tram M8 Pappelplatz, tägl. 12–24 Uhr, www.aloisoberbacher.com

Friedrichshain - Schwein und Rind beim „Kater“

Wenn Schweinefleisch auf Sauerkraut trifft, können sich Schmortopffans auf ein Szegediner Gulasch (9 Euro) freuen. „Es muss jedoch nicht so lange gekocht werden wie Rind“, sagt Otto Glugar, der seine böhmische Speisestube wegen einer Küchenrenovierung erst wieder Anfang November eröffnet. Zur gutbürgerlichen Küche mit Pfiff gehört auch das Rindergulasch mit Semmelknödel (13,40 Euro), das Glugar mindestens einen Tag köcheln lässt.

Kater Mikesch, Proskauer Str. 13, Friedrichshain, U5 Samariterstraße, ab Nov. Di.–Fr. ab 17, Sbd.+So. ab 11.30 Uhr, Tel. 0151 15 79 77 33, www.kater-mikesch.com

Prenzlauer Berg - Saftgulyas aus Ungarn

„Das Fleisch muss zerfallen, es muss nach Paprika und Zwiebeln schmecken“, sagt Fred Koller, für den Gulasch zu den Gerichten gehört, die sich rund ums Jahr großer Beliebtheit erfreuen. Und natürlich gehört auch viel Soße dazu beim „Ungarischen Saftgulyas“ (15,80 Euro) mit Semmelknödeln, der auf den blanken Holztischen der freundlichen Restauration mit rund 70 Plätzen serviert wird.

Gasthaus Alt Wien, Hufelandstr. 22, Prenzlauer Berg, Tram M4 Hufelandstraße, Di.–Sbd. 18–24, So. 12–24 Uhr, Tel. 70 12 96 10, www.altwien-berlin.de

Charlottenburg - Bio-Rind und Wasserspatzen

Eigentlich könnte das „Debreziner Gulyas mit in Butter gebratenen Wasserspatzen“ (18 Euro) auch „Schneller Gulasch“ heißen. Ottenthal-Chef Arthur Schneller hat’s kreiert. Doch der Name ist bekannter, auch wenn bei der Debreziner-Variante eigentlich Scheiben von der gleichnamigen Wurst verarbeitet werden. Im Ottenthal ist es bestes Rindfleisch, Bio-Hochland-Rind vom brandenburgischen Ökohof Gotsgarten, lange gekocht, bis es schön weich ist. Die „Spatzen“ ähneln Schupfnudeln, nur dass sie in Wasser gegart und nicht kross in der Pfanne angebraten werden.

Ottenthal, Kantstr. 153, Charlottenburg, U1 Uhlandstraße, U2, S5, 7, 75, 9 Zoologischer Garten, tägl. 17–1 Uhr, Tel. 313 31 62, www.ottenthal.com