Flüchtlingsheim

Hunderte demonstrieren in Hellersdorf gegen Rassismus

Mehrere hundert Menschen haben sich in Berlin-Hellersdorf mit den dort untergebrachten Flüchtlingen solidarisch gezeigt. Bereits am Sonnabend wollen sich erneut Bürger für die Asylbewerber starkmachen.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Mehrere Hundert Menschen haben in Berlin-Hellersdorf gegen Rassismus demonstriert. Sie wollten sich mit den dort untergebrachten Flüchtlingen solidarisch zeigen.

Mehrere Teilnehmer hielten Plakate hoch, auf denen Sprüche wie "Kein Mensch ist illegal" und "Geflüchtete Willkommen heißen überall" standen.

Nach Schätzungen des Veranstalters protestierten etwas mehr als 600 Menschen. Die Demonstranten hatten sich am Cecilienplatz in Kaulsdorf getroffen und zogen von dort zum Alice-Salomon-Platz (Hellersdorf).

Der Demonstrationszug selbst sei ohne Ausschreitungen verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Freitagmorgen. Im Anschluss habe die Polizei aber elf Menschen vorübergehend festgenommen. Gegen insgesamt 17 Teilnehmer sei Strafanzeige gestellt worden - hauptsächlich wegen verbotener Vermummung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Seit Monaten gibt es Streit über das neu eingerichtete Heim in Hellersdorf für Flüchtlinge, die vor allem aus Syrien und Afghanistan nach Deutschland gekommen sind. Die rechtsextreme NPD protestierte dagegen und machte Stimmung unter den Anwohnern. Andere Bürger und linke Gruppen gingen wiederum dagegen auf die Straße. Dabei kam es auch zu Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten.

Bereits am Sonnabend wollen sich erneut Bürger für die Asylbewerber starkmachen. Die Initiative "Hellersdorf hilft" kündigte eine Menschenkette in dem Ortsteil an. Aus Rücksicht wolle man sich aber nicht direkt vor dem Heim treffen, hieß es.

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