Apple Store

Berliner stehen mehr als 20 Stunden für neues iPhone an

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Rund 1000 Menschen warteten am Morgen vor dem Apple Store am Kudamm ungeduldig auf das neue Apple-Modell 5S - bei herbstlichem Nieselregen. Ein 15-jähriger Ukrainer stand gar 27 Stunden an.

Der Verkauf von Apples neuen iPhone-Modellen ist am Freitag mit den üblichen Schlangen vor den Läden gestartet. Vor dem Berliner Apple Store am Kurfürstendamm warteten am frühen Morgen rund 800 Menschen, die Schlange reichte kurz vor der Öffnung des Geschäfts um 8 Uhr über mehrere Straßenblöcke zur Kantstraße.

Der 15-jährige Alexander aus der Ukraine war der Erste in der Schlange der Apple-Fans. Am frühen Donnerstagmorgen war er mit seinem Vater nach 15 Stunden Fahrt in Berlin angekommen. Bis zur Öffnung warteten die beiden damit insgesamt 27 Stunden auf das neue Modell. Das regnerische Herbstwetter habe das Warten erschwert, berichtete der Jugendliche; zum Schlafen seien sie nicht gekommen.

Tumulte wie bei ähnlichen Veranstaltungen blieben aus

Bereits kurz vor Mitternacht warteten mehrere hundert Menschen am Kurfürstendamm, oftmals ausgestattet mit dicken Decken, Isomatten und Schlafsäcken. Ein Berliner, der gegen 7.45 Uhr am Ende der Schlange in der Kantstraße eintraf, stellte sich auf „zwei bis drei Stunden Wartezeit“ ein.

Dass das wohl zu optimistisch sein könnte, bestätigte später ein Sprecher von Apple: In unterschiedlichen Wartebereichen am Kudamm, an der Fasanen- und Kantstraße habe man zwischen 800 und 1000 Menschen gezählt. Pro Kunde rechnet Apple mit einer Verkaufszeit von 15-20 Minuten. Die Schlange wird demnach den ganzen Tag um den Block reichen. Tumulte wie bei ähnlichen Veranstaltungen in der Vergangenheit beispielsweise in Oberhausen blieben in Berlin aus.

Auffällig: Mehr als die Hälfte der Wartenden kam aus dem osteuropäischen Ausland. „Wir sind am Donnerstag aus Warschau gekommen und das erste Mal in Berlin. Wir kaufen jeder zwei iPhones – eins für uns und eins zum Wiederverkauf“, erzählte ein junger Mann im hinteren Bereich der Schlange auf Englisch.

Einer spontanen Umfrage zufolge favorisierten viele der Wartenden das goldene iPhone-Modell. Viele berichteten auch sehr offen von ihren Verkaufsplänen. Da die neuen Modelle in Europa zuerst einmal nur in Deutschland, England und Frankreich auf den Markt kommen, sind vor allem in Polen, der Ukraine oder Russland hohe Schwarzmarktpreise zu erzielen.

Erstmals zwei neue iPhone-Modelle

Apple bringt erstmals gleichzeitig zwei neue iPhone-Modelle auf den Markt. Das teurere iPhone 5S sieht äußerlich aus wie das Vorgänger-Modell, hat aber einen deutlich schnelleren Chip, eine verbesserte Kamera und einen Fingerabdruck-Scanner.

Das 100 Euro billigere iPhone 5C bekam ein Gehäuse aus Plastik. In dem Gerät ist weitgehend Technik aus dem ein Jahr alten iPhone 5 zu finden. Apple verkauft das Plastik-Modell deutlich teurer als es viele Experten zuvor erwartet hatten. Daher wartet die Branche mit Interesse darauf, wie groß der Ansturm auf die neuen iPhones diesmal ausfallen wird.

Unterdessen wurde die erste Sicherheitslücke in dem neuen Betriebssystem iOS 7 bekannt, das Apple zum Start der neuen iPhones auch für ältere Geräte verfügbar machte. Man kann auch bei einem gesperrten Gerät über das neue Kontrollzentrum mit den wichtigsten Einstellungen an die Fotos gelangen, wie ein Hobby-Sicherheitsforscher feststellte. Allerdings sind dafür mehrere Schritte nötig und ein Nutzer kann den Zugang zum Kontrollzentrum mit den wichtigsten Einstellungen auch einfach blockieren. Apple bestätigte dem Tech-Blog „TechCrunch“ das Problem und will es bei einem Software-Update beheben.

Hackern lässt zugleich die Fingerabdruck-Erkennung im Top-Modell iPhone 5S keine Ruhe. Während Apple betont, dass alle Daten absolut sicher seien, wurde im Internet ein Preis für denjenigen ausgeschrieben, der das System „Touch ID“ knacken könne. Apple speichert im Gerät nicht den Fingerabdruck, sondern nur einen daraus erzeugten Code. Der Konzern versichert, dass daraus kein Fingerabdruck rekonstruiert werden könne und die verschlüsselte Zahlenkombination nur auf dem einen Gerät gelte.

( chm/dpa )