Landesunternehmen

Berlins Manager - wer mehr und wer weniger verdiente

Trotz leichten Rückgangs der Bezüge verdienten die Chefs bei Müllabfuhr und BVG prächtig. Top-Verdiener 2012 ist der ehemalige Flughafenchef Schwarz, dicht gefolgt vom Vorstand der Messe Berlin.

Natürlich kommt eine Liste mit den Chefgehältern der landeseigenen Unternehmen nicht ohne die Flughafengesellschaft aus, und – wie kaum anders zu erwarten – das ist einmal mehr der größte Aufreger. Mehr als eine halbe Million Euro bekam der frühere Flughafenchef Rainer Schwarz 2012 als Gehalt. Es war das Jahr, in dem die für Juni geplante Eröffnung knapp vier Wochen zuvor abgesagt wurde. Grund waren Probleme mit dem Brandschutz.

Ob es für oder gegen Rainer Schwarz spricht, dass auch seine Nachfolger das Mysterium der komplexen Brandschutzanlage bis heute nicht gelöst haben, ist schwer zu sagen. Fakt ist jedenfalls, dass der ehemalige Flughafenchef 2012 insgesamt 569.00 Euro Gehalt bekam. Es setzt sich aus einem Grundgehalt sowie einer erfolgsabhängigen Vergütung und Altersvorsorge zusammen. Damit verdiente Rainer Schwarz im Vergleich zu den Chefs anderer Flughäfen in Deutschland allenfalls durchschnittlich. Doch innerhalb der landeseigenen Unternehmen nimmt er in Berlin damit einen Platz in der Spitzengruppe ein.

Rainer Schwarz musste seinen Posten im Januar aufgeben, als auch die für Oktober 2013 geplante BER-Eröffnung nicht zu halten war. Möglicherweise muss er sogar noch Schadenersatz zahlen, wenn ihm ein Gericht schwere Verfehlungen vorwerfen sollte.

Das gleiche gilt für den ehemaligen BER-Technikchef Manfred Körtgen, der die Flughafengesellschaft schon im Sommer 2012 verlassen musste. Körtgen bekam im vergangenen Jahr 351.000 Euro Bezüge. Dabei spielte auch eine Abfindung eine große Rolle.

Spitzenleute verdienten weniger zusammen weniger als 2011

Der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn ist erst seit März 2013 im Amt und taucht daher in dieser Gehaltsliste nicht auf. Körtgens Nachfolger, der seit August 2012 amtierende Technikchef Horst Amann, verdiente im vergangenen Jahr 144.000 Euro.

Insgesamt haben die Spitzenleute in Berliner Landesunternehmen 2012 zusammen etwas weniger verdient als im Vorjahr. Das durchschnittliche Jahresgehalt eines Vorstands oder Geschäftsführers lag für das Jahr 2012 bei 326.088 Euro und damit 1,7 Prozent niedriger als im Vorjahr. Das ergab eine Auswertung durch die Nachrichtenagentur dpa unter den 40 wichtigsten Managern.

Hauptgrund für den leichten Rückgang sind erfolgsabhängige Prämien, die noch nicht ausgezahlt wurden. 2012 gab es mehrere Wechsel in den Chefetagen. Die neu angestellten Manager haben für das Vorjahr noch keinen Bonus bekommen, sondern nur ihr Grundgehalt bezogen.

Am wenigsten erhielten die Chefs der Bäderbetriebe

2005 wurde gesetzlich festgeschrieben, dass die Chefgehälter landeseigener Betriebe veröffentlicht werden. Berlin kam dem erstmals im Beteiligungsbericht 2007 nach. Einige Unternehmen, an denen das Land Berlin nur Minderheitsanteile hält, geben die Chefgehälter freiwillig bekannt.

Am besten unter den Chefs der landeseigenen Betriebe verdienten 2012 die Vorstände bei der Messegesellschaft, der Investitionsbank, dem Klinikkonzern Vivantes und der Flughafengesellschaft. Am wenigsten gab es vergleichsweise bei den Bäderbetrieben, dem Berliner Immobilienmanagement (BIM) und der Deutschen Klassenlotterie Berlin.

Eine der wenigen Frauen in den Chefetagen leitet die BSR

So bekam Klaus Lipinsky, der als Chef bis zum Frühsommer dieses Jahres Berlins öffentliche Schwimmbäder verwaltet hat, 2012 rund 196.000 Euro. Sein Stellvertreter erhielt Bezüge in Höhe von 163.000 Euro. Für beide war das ein minimaler Rückgang um weniger als ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Berliner Immobilienmanagement kam Geschäftsführer Sven Lemiss auf ein Jahresgehalt von 214.000 Euro. Das bedeutet ein Plus von rund einem Prozent gegenüber 2011.

Vera Gäde-Butzlaff ist eine der wenigen Frauen in den Chefetagen der landeseigenen Betriebe. Sie steht der Berliner Stadtreinigung vor und ist damit für die Sauberkeit Berlins verantwortlich. Für diese Aufgabe bekam sie 2012 ein Jahresgehalt in Höhe von 328.000 Euro.