Funkausstellung

Zehn Dinge, die Sie auf der Ifa nicht verpassen dürfen

Auf der Ifa präsentieren bis zum 11. September rund 1500 Aussteller ihre technischen Innovationen. Die Morgenpost verrät, welche zehn Neuheiten die angesagtesten der Messe sind.

Fast 1500 Aussteller auf 150.000 Quadratmetern – das überfordert selbst den durchtrainiertesten Besucher der Internationalen Funkausstellung (Ifa), die von diesem Freitag an für sechs Tage technische Innovationen aus aller Welt zeigt. Die Berliner Morgenpost präsentiert die zehn Neuheiten, die Sie gesehen haben müssen. Eine ganz persönliche und subjektive Auswahl – ohne Kaffeemaschinen und Kühlschränke. Die Fotos der Top-Geräte finden Sie in unserer Bildergalerie. Die Beschreibungen sind in der Reihenfolge eines Rundgangs angeordnet.

Für Extremsportler

Einer der Zukunftstrends im Bereich der Unterhaltungselektronik sind Geräte, die Teile von Kleidungsstücken werden – „Wearable Devices“ heißt das im Branchenjargon. Einige Beispiele dafür sind am Stand von Alan Electronics zu sehen. Dort werden die Outdoor-Kameras von Midland gezeigt: stoß- und wetterfest sowie temperaturunempfindlich. Solche Produkte sind ein Muss für Extremsportler, die ihren Fans und Freunden zu Hause in HD-Qualität zeigen wollen, wie sie wirklich mit dem Snowboard über den Gletscher gesprungen sind. Die Videoclips lassen sich einfach per USB-Kabel auf Facebook oder YouTube stellen. Die XTC 300 Xtreme Action Kamera wird mit einer Halterung an Helm oder Skibrille befestigt. Die Batterie der nach Herstellerangaben robusten Kamera reicht für 90 Minuten HD-Aufnahmezeit. Das Gerät kostet 259 Euro. Halle 1.2/118

Für Mobilisten

Smartphones gibt es massenhaft auf der Ifa, die meisten von ihnen sind „wasserscheu“. Doch dieses Smartphone kann der Nutzer beim Telefonieren in der Badewanne ruhig unter die Brause halten. Das Sony Xperia Z1 ist nicht nur wasserdicht. Es überzeugt auch mit einem 20-Megapixel-Fotosensor, einem lichtstarken Objektiv (Blende 2.0) und einen leistungsstarken Akku (3000 mAh). Damit wird das Smartphone zur ersthaften Konkurrenz für Kompaktkameras, die heutzutage eigentlich niemand mehr braucht. Und auch für das iPhone. Das Xperia Z1 von Sony wird in den Farben Schwarz, Weiß und Violett im dritten Quartal für 649 Euro erhältlich sein. Halle 4.2/101

Für Vernetzte

Weiße Ware auf der Ifa ist ja nicht jedermanns Sache, und um die dafür vorgesehene Messehalle machte der Reporter bislang einen Bogen. Der Messeveranstalter findet seit einigen Jahren, dass Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte gut zusammenpassen. Und in der Tat werden mit dem „Internet der Dinge“ die sogenannte Weiße Ware und Internetgeräte immer ähnlicher – zum Beispiel diese Waschmaschine. Sie verdient Aufmerksamkeit. Samsung Waschvollautomat WF-12F9E6P4W (Wer denkt sich eigentlich solche Bezeichnungen aus?) verfügt neben Motoren und Pumpen über eine WLAN-Station, sodass sich das Gerät von unterwegs per Smartphone-App fernsteuern lässt. Temperatur, Anzahl der Spülgänge und Drehzahl lassen sich am Handy vom Büro aus einstellen. Die App zeigt auch den Waschfortschritt und die verbleibende Restlaufzeit an. Halle 5.1

Und da wir gerade beim Waschen sind: AEG feiert auf der diesjährigen Ifa das 55. Jahr seiner erfolgreichen Lavamat-Serie. Das aktuelle Trio aus Top- und Frontlader sowie den passenden Trockner gibt es aus diesem Anlass mit 55-Monats-Garantie. Halle 4.1/101

Für Nerds

Auf Papier kann jeder ausdrucken. Doch wie ist das mit Gegenständen? Das Drucken von dreidimensionalen Objekten hat mittlerweile Marktreife und ist auch erschwinglich geworden. Mit dem Freescult EX1 Basic von Pearls können Design-Studenten und Modellbauer ihre am Computerbildschirm entworfenen Modelle ausdrucken. Kreative realisieren Schmuck, Deko-Objekte oder auch Spielzeug. Durch das große Sichtfenster erlebt man, wie die eigene Idee Schicht für Schicht Realität wird. Die maximale Objektgröße ist 225 x 145 x 150 Millimeter. Die Druckgeschwindigkeit: 24 Kubikzentimeter pro Stunde. Der Preis: 799 Euro. Das dürfte der Messestand mit dem größten Nerd-Faktor sein. Beim dreidimensionalen Drucken werden kleinste Kunststoffpartikel (bei komplexeren Geräten auch Sintermetallteile) erhitzt und nacheinander Schicht für Schicht aufgetragen. Zuletzt ist diese Technologie in Misskredit geraten, weil sie von Kriminellen zum Bau von Waffen benutzt wurde. Trotzdem wird 3D-Druck einer der großen Zukunftstrends. Zahlreiche Ersatzteile könnten in naher Zukunft damit hergestellt werden und man wird 3D-Druckshops sehen so wie heute Kopierläden. Halle 8.2/103

Für Autofahrer

Für Kampfjet-Piloten ist das ein alter Hut, Fahrer der BMW-Oberklasse kennen sie auch: Head-up-Displays. Dabei geht es um Informationen, die ins Sichtfeld des Fahrers eingeblendet werden. Garmin macht diese Technologie mit seinem neuen Zusatz für Navigationssysteme jetzt für Autofahrer aller Klassen erschwinglich. Dabei werden die wichtigsten Navigationsanweisungen wie zum Beispiel Abzweige mit einem kleinen Beamer auf die Windschutzscheibe projeziert. Der Fahrer muss seinen Blick nicht mehr abwenden und wird nicht abgelenkt. Ferner am Stand: die neuesten Navis und Action-Kameras für Outdoor-Fans. Das Head-up kostet 149 Euro. Halle 9/204

Für Facebooker

Eigentlich sind Kompaktkameras auf dem Massenmarkt out, seit moderne Smartphones Bilder in akzeptabler Qualität liefern. Deshalb müssen sich die Hersteller etwas einfallen lassen. Immer mehr Kameras erhalten deshalb WLAN-Module, mit denen die Aufnahmen einfach und kabellos ins Internet gesendet und dort in der Cloud gespeichert oder in Netzwerken geteilt werden können. Canon zeigt auf der IFA das neueste Modell der langjährig erfolgreichen und selbst bei Profis beliebten G-Serie, die G16 für 599 Euro. Ferner am Stand: die neue EOS 70D für den anspruchsvollen Amateur und die PowerShot N „Facebook ready“ mit eingebauter Facebook-Connect-Taste für 329 Euro. Freigelände FG-SOM 100, vor den Hallen 11/18

Für Energiesparer

Sind die Heizkosten zu hoch? Dann könnte der IFA-Stand von Tado das Richtige sein. Das mehrfach preisgekrönte Münchner Start-up hat eine intelligente Heizungssteuerung entwickelt, die sich den Erfordernissen des Bewohners anpasst. Dazu wird der Thermostat in der Wohnung durch die Tado-Box ersetzt, die sich per WLAN mit dem Internet verbindet. Die Box wird per Tado-App von unterwegs angesteuert. Die App regelt die Heizung runter, wenn der letzte Bewohner das Haus verlässt und wieder hoch, wenn der erste wieder nach Hause kommt. Dazu werden ortsbasierte Daten aus den Smartphones der Bewohner genutzt. Ferner ist eine manuelle Steuerung möglich. Das Unternehmen spricht von Einsparmöglichkeiten in Höhe von 27 Prozent. Box und App kosten 99 Euro im Jahresabo. Halle 11.1/Stand 10

Für Händler

Wenn Sie ohnehin gerade in der Hightech-Halle 11 sind und zum Beispiel bei Tado waren, schauen Sie auch bei iZettle vorbei. Das schwedische Unternehmen zeigt, wie man bargeldlos mit dem Smartphone und einer Kreditkarte bezahlen kann. Das ist vor allem für Einzel- und Gelegenheitshändler sowie Handwerker interessant. Das Lesegerät akzeptiert Karten mit Chip oder Magnetstreifen. Das Unternehmen hat bereits 50.000 Kartenleser auf dem deutschen Markt und kämpft wacker gegen seine Berliner Mitbewerber SumUp und PayLeven. Halle 11.1/Stand 3

Für Hipster

Internetgeräte werden immer mehr zu Kleidungsstücken. Die Smartwatches, die jetzt auf der IFA von Samsung, Sony und Asus gezeigt werden, sind da erst der Anfang. Internet-Brillen zum Beispiel von Google und ansteckbare Livelogging-Kameras, wie sie vom schwedischen Unternehmen Memoto hergestellt werden, werden die nächste Hipster-Gadgets sein. Die Smartwatch von Samsung mit dem Markennamen Galaxy Gear zeigt nicht nur die Uhrzeit, sie verbindet sich mit dem Galaxy Smartphone des gleichen Herstellers, meldet per Vibe ankommende Anrufe und Nachrichten. Der eingebaute Lautsprecher erlaubt Telefongespräche, die eingebaute Kamera (1,9 Megapixel) macht Schnappschüsse und per Voice Memo können Erinnerungen aufgenommen werden. Insgesamt zwölf Apps sind mit der Uhr kompatibel, unter anderem die Notiz-App Evernote. Der Preis wurde noch nicht bekannt gegeben. Halle 20

Für Fernseher

Die diesjährige IFA hat ein zentrales Thema – und das sind Ultra-HD-Fernseher. Bei einigen Herstellern werden sie auch mit dem Zusatz 4K bezeichnet. Zwar gibt es noch keinen Sender, der regelmäßig in vierfacher HD-Qualität (daher der Name) ausstrahlt. Aber das kann ja noch kommen, auch bei HD hatte es schließlich eine Weile gedauert. Mit der UHD-Technik bedienen die führenden Hersteller, vor allem Samsung und Sony, das Marktsegment der großformatigen Flachbildfernseher, auf denen herkömmliches HD – jedenfalls aus der Nähe betrachtet – pixelt. So präsentiert Samsung sein Flaggschiff-Modell F9000 mit einer Bildschirmdiagonale von mehr als zwei Metern (85 Zoll). Dass die F9000 Gesten und Sprache verstehen, unterstreicht seine Ansiedlung im High-End-Bereich. Auch der Preis ist dort beheimatet. Das „kleinere“ 65-Zoll-Modell kostet 7000 Euro. Der Preis des großen entspricht dem Gegenwert eines Mittelklassewagens: 34.999 Euro. Auf jeden Fall sehenswert und ein Schmuckstück für die durchgestylte Wohnung sind die Fernseher mit leicht gebogener Bildschirmfläche – erstmals auch mit der farbintensiven OLED-Technologie, die auf früheren Messen stets nur als Prototyp gezeigt wurde. Halle 20

Zu guter Letzt

Messetage sind anstrengend. Mein Tipp: Ziehen Sie bequeme Schuhe an und nehmen Sie ausreichend Getränke mit. Es gibt auch auf dem Gelände Imbiss- und Getränkestände. Und gönnen Sie sich beim Rundgang eine Ruhepause, vielleicht machen Sie auf der Wiese am Rande des Sommergartens Station. Im Sommergarten finden zahlreiche Konzerte statt, die allerdings Extra-Eintritt kosten.

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