Neukölln

Einsatzwagen zu langsam – BMW-Fahrer geht auf Polizisten los

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: Carsten Rehder / dpa

Ein Autofahrer und sein Begleiter griffen die Besatzung eines Einsatzwagens in der Karl-Marx-Straße an. Zuvor hatte sich der 26-Jährige geärgert, dass der Einsatzwagen zu langsam vor ihm her fuhr.

Ein Autofahrer und sein Begleiter haben am Donnerstagnachmittag die Besatzung eines Einsatzwagens in Neukölln an. Der Grund: Offenbar hatte sich der 26-Jährige darüber geärgert, dass der Einsatzwagen zu langsam vor ihm her gefahren war. 70 Menschen beobachteten das Geschehen, aber niemand griff ein, um den Polizisten zu helfen.

Nach den bisherigen Erkenntnissen war eine Funkstreife gegen 16.50 Uhr wegen eines Verkehrsunfalls in die Karl-Marx-Straße gerufen worden. Als die Beamten den Einsatzort suchten und sich niemand bemerkbar machte, fuhren sie mit geringem Tempo auf der rechten Spur die Karl-Marx-Straße in Richtung Grenzallee entlang.

Auf Höhe eines Einkaufszentrums an der Ecke Flughafenstraße hielt der Einsatzwagen in zweiter Reihe, worauf ein BMW auf der linken Fahrspur neben dem Funkwagen stoppte. Der Fahrer schrie durch das geöffnete Fenster, dass das Polizeiauto schneller fahren solle. Danach setzte der Mann den BMW vor den Einsatzwagen Der Fahrer und dessen Begleiter stiegen aus und gingen auf die Polizisten zu. Im weiteren Verlauf kam es zu einer Rangelei, bei der eine 33 Jahre alte Polizeikommissarin einen Schlag ins Gesicht erhielt.

Polizistin wird bei dem Einsatz verletzt

Ob der Autofahrer oder der 19 Jahe alte Begleiter zuschlugen, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Angreifer stiegen dann wieder in den BMW und wollten wegfahren. Der Aufforderung, sich nicht zu entfernen, wollten beide nicht nachkommen, so dass die Beamtin die Tür an der Fahrerseite öffnete. Der 26-jährige Autofahrer schlug daraufhin die Tür wieder zu und traf dabei die Polizistin an der Schulter.

Erst weitere Beamte, die zur Verstärkung kamen, konnten schließlich die Flucht der aggressiven Männer verhindern und nahmen deren Personalien auf. Anschließend durften die beiden ihre Fahrt fortsetzen. Sie müssen sich nun wegen Körperverletzung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Nötigung im Straßenverkehr verantworten.

70 Menschen beobachten das Geschehen – tatenlos

Die Polizistin klagte über Schmerzen in der Schulter und am Kopf, musste aber nicht ärztlich behandelt werden und setzte ihren Dienst fort.

Während des Einsatzes entstand eine Menschentraube von rund 70 Personen, die das Geschehen verfolgte. Den Beamten kam jedoch niemand zu Hilfe.

Der Einsatz erhält durch die Diskussion um sogenannte No-Go-Areas in Berlin besondere Brisanz. Immer wieder waren Äußerungen laut geworden, nachdem Polizisten in manchen Gebieten Berlins nicht mehr für Sicherheit und Ordnung sorgen könnten. Das war von Politik und Senat aber immer wieder zurückgewiesen worden.