Familiendrama

Berliner Brüder sterben nach Party in Indonesien

Zwei junge Berliner aus Friedenau sind offenbar an den Folgen einer Vergiftung mit gepanschten Alkohol gestorben. Die Polizei ermittelt auf der indonesischen Insel Java.

Foto: Sergej Glanze / SERGEJ Glanze

Eltern, Angehörige und Freunde trauern um zwei junge Männer aus Berlin: Die Brüder Lukas und Felix B. starben nach dem Konsum mutmaßlich gepanschten Alkohols auf der indonesischen Insel Java. „Wir können diese Ursache noch nicht bestätigen. Doch die Vermutung liegt nahe“, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes der Berliner Morgenpost.

Die beiden jungen Berliner hatten in Indonesien Wiedersehen gefeiert. Danach starb der 19-jährige Lukas B. vergangene Woche völlig überraschend aus noch ungeklärten Gründen in einem Krankenhaus auf Java. Bei seinem älteren Bruder Felix wurde nach Angaben des Auswärtigen Amtes in einem Krankenhaus in Doha (Katar) am Persischen Golf der Hirntod festgestellt.

Die Ermittlungen der Polizei in Zentraljava dauern noch an. Der Bericht der Gerichtsmedizin aus der Hauptstadt Jakarta liegt ebenfalls bislang nicht vor.

Am Dienstagabend vergangener Woche wollte Lukas B. in der Millionenstadt Semarang in Nordjava mit seinem Bruder und sechs einheimischen Freunden Abschied feiern.

Fast ein Jahr lang war der 19-Jährige für die Dejavato-Stiftung als Assistenzlehrer für Englisch tätig und hatte mit einem Lehrer Schüler unterrichtet. Nur noch acht Tage trennten ihn von der Rückreise nach Berlin, wo er im Juni 2012 am Rheingau-Gymnasium in Friedenau sein Abitur bestanden hatte.

Die Gruppe vergnügte sich in einer Hotelbar der Hafenstadt. Zumindest die Berliner Brüder tranken dabei nach Erkenntnissen der örtlichen Polizei auch Whisky. Am nächsten Morgen war Lukas nach Angaben eines Freundes noch schwimmen gegangen.

Ein Freund fand Lukas krank in seinem Zimmer

Am Tag darauf fand der Einheimische Richo Subangkit V., 23, seinen Freund Lukas in einem schlechten Zustand in dessen Zimmer vor. Er hatte sich übergeben und wurde von Krampfanfällen geplagt.

Der 23-Jährige brachte Lukas B. gegen 12.30 Uhr ins örtliche Kariadi-Hospital, wo der Berliner heftiges Nasenbluten bekam. Außerdem stellten die behandelnden Ärzte eine Verletzung am Hinterkopf fest. Kurz vor zwei Uhr am vergangenen Donnerstag verstarb der 19-Jährige in der Klinik.

Unterdessen war Lukas’ Bruder Felix B. bereits auf dem Rückflug Richtung Berlin. Noch vor dem Zwischenstopp auf dem Flughafen von Doha verschlechterte sich der Zustand des jungen Berliners rapide, berichtete ein Freund der Morgenpost. Felix B. wurde ins Krankenhaus eingeliefert und fiel wenig später ins Koma. Inzwischen erklärten die Ärzte den Jugendlichen für hirntot.

Unklar ist noch, wo die beiden ihre Getränke gekauft haben. Außerhalb von Hotels wird auf der streng muslimisch geprägten Insel Java – im Gegensatz zum benachbarten Bali – offiziell kein Alkohol ausgeschenkt. Nach Morgenpost-Informationen erstrecken sich die polizeilichen Ermittlungen nicht nur auf die Bar im Hotel „Pandanaran“, sondern auch auf die Umgebung. Außerdem versucht die Polizei, die letzten 48 Stunden vor Lukas B.s Tod zu rekonstruieren.

Nachdem die Eltern benachrichtigt wurden, erhielten die Behörden die schriftliche Genehmigung, den Leichnam zu obduzieren. Die Angehörigen der Brüder halten sich nach Angaben des Auswärtigen Amts derzeit zum Teil in Indonesiens Hauptstadt Jakarta, zum Teil in Doha auf. Dort sollen auch Freunde der Brüder am Krankenbett von Felix B. Beistand geleistet haben.

In Berlin trafen sich Freunde und Bekannte am Montag vor der früheren Schule von Lukas B., um den Tod der Brüder zu betrauern. Die Jugendlichen legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

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