Rio Reiser

Gedenktafel für „König von Deutschland“ in Berlin enthüllt

An Rio Reiser, Mitbegründer der legendären Band „Ton Steine Scherben“, erinnert nun in Kreuzberg eine Gedenktafel. Am Tempelhofer Ufer hatte der Musiker und Schauspieler von 1971 bis 1975 gelebt.

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17 Jahre nach seinem Tod hat der „König von Deutschland“, der Sänger Rio Reiser, in Berlin eine Gedenktafel erhalten. Sie wurde am Dienstag, dem Todestag des Musikers, im Stadtteil Kreuzberg enthüllt.

In dem Haus am Tempelhofer Ufer 32 hatte Reiser mit der Band „Ton Steine Scherben“ von 1971 bis 1975 in einer Wohngemeinschaft gelebt. In dieser Zeit stieg die Gruppe mit Songs wie „Macht kaputt, was euch kaputt macht“, „Keine Macht für niemand“ oder dem „Rauch-Haus-Song“ zu Stars der linksalternativen- und Hausbesetzerszene in Berlin auf.

Rio Reiser, der mit bürgerlichem Namen Ralph Christian Möbius hieß, wurde am 9. Januar 1950 in West-Berlin geboren. Er starb am 20. August 1996 im Alter von 46 Jahren im nordfriesischen Fresenhagen. Bekannt wurde er als Sänger und Texter von „Ton Steine Scherben“. Von der anschließenden Solokarriere in den 80er Jahren sind vor allem die Songs „König von Deutschland“ und „Junimond“ einem Millionenpublikum vertraut.

Wofür Rio Reiser stand

Es sei an der Zeit, dass Berlin und Kreuzberg mit einer Gedenktafel an Rio Reiser und „Ton Steine Scherben“ erinnern, erklärte der Chef der Berliner Senatskanzlei, Björn Böhning (SPD), anlässlich der Enthüllung. Der Sänger stehe für das Lebensgefühl einer aufbegehrenden Jugend, für die Studentenbewegung, für eine Gegenkultur und er sei ganz sicher einer der Väter des heutigen toleranten, kreativen und weltoffenen Berlins.

Die Gedenktafel für Rio Reiser und „die Scherben“ hatten die Bezirksverordneten von Friedrichshain-Kreuzberg beschlossen. Mit den „Berliner Gedenktafeln“ wird an Persönlichkeiten erinnert, deren Leben und Wirken eng mit der Stadt verbunden ist.