Filmindustrie

Ufa legt traditionelle Filmfirmen zusammen

TeamWorx, Ufa Fernsehproduktion und Phoenix Film firmieren künftig als Ufa Fiction, teilte das in Potsdam ansässige Unternehmen am Freitag mit. Chef von Ufa Fiction wird TeamWorx-Gründer Nico Hofmann.

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Die TV-Produktionsfirma Ufa legt ihre Filmfirmen zusammen. TeamWorx, Ufa Fernsehproduktion und Phoenix Film werden künftig als Ufa Fiction firmieren, teilte das in Potsdam ansässige Unternehmen am Freitag mit. Chef von Ufa Fiction wird TeamWorx-Gründer Nico Hofmann, der zuletzt den ZDF-Mehrteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ produziert hatte. Der Name TeamWorx wird aufgegeben.

Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende Ufa ist einer der größten und bekanntesten Film- und TV-Produzenten in Deutschland. 2011 setzte die Gruppe geschätzt 320 Millionen Euro um.

Teil eines tiefgreifenden Umbaus

Die Zusammenlegung ist Teil eines tiefgreifenden Konzernumbaus, der zum einen die Traditionsmarke Ufa wieder in das Zentrum rücken soll. Zum anderen soll die konzerninterne Konkurrenz der bislang sieben eigenständig arbeitenden Ufa-Töchter beendet werden. „Angesichts der rasanten Veränderungen im Medienmarkt soll eine neue, vereinfachte Organisationsstruktur die Zukunfts- und Innovationsfähigkeit des Hauses stärken“, fasste die Ufa in der Mitteilung die Motive zusammen. „So können die kreativsten Köpfe bei der Programmentwicklung auch über Genregrenzen hinweg neue Ideen entwickeln und umsetzen“, sagte Ufa-Chef Wolf Bauer. Das wird uns in Zukunft noch einmal deutlich schneller, leistungsfähiger und innovativer machen.“

Im Detail bedeutet das: Statt aus bisher insgesamt sieben wird die neue UFA aus drei Sparten bestehen. Neben Ufa Fiction sind das Ufa Show & Factual und Ufa Serial Drama. In Ufa Show bündelt das Unternehmen die Firmen Ufa Entertainment und Grundy Light Management, das unter anderem für die Bertelsmann-Tochter RTL die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ produziert. Grundy Ufa geht in Ufa Serial Drama auf.

Teamworx hat mehr als 240 Produktionen realisiert

Alle bisherigen Label-Namen würden nicht mehr verwendet, teilte das Unternehmen mit. „Grundy Light Entertainment gibt es nicht mehr, Teamworx gibt es nicht mehr“, sagte Bauer der „Süddeutschen Zeitung,“ die als erste über den radikalen Umbau berichtet hatte. Die Produktionsfirma TeamWorx wurde 1998 von Regisseur und Produzent Nico Hofmann, Ariane Krampe und Wolf Bauer gegründet und gehört zu 100 Prozent zur Ufa-Gruppe.

Teamworx hat mehr als 240 Produktionen für private und öffentlich-rechtliche Sender realisiert. Dazu gehörten mehrfach ausgezeichnete Produktionen wie „Dresden“ (ZDF), „Die Flucht“ (ARD), „Die Sturmflut“ (RTL), „Der Minister“ (Sat.1) oder „Rommel“ (ARD).

Personelle Konsequenzen sind unbekannt

Bauer sagte, die Ufa befinde sich in einem Umstrukturierungsprozess: „Was wir vor einem Jahr gestartet haben, war ein großer Schritt, eine schöpferische Zerstörung, aus der Neues entsteht.“ Welche personellen Konsequenzen der Umbau hat, ist nicht bekannt.

Änderungen gibt es am Ufa-Logo: Anklänge der traditionellen Ufa-Raute verschwinden, dick gedruckte Großbuchstaben dominieren künftig. Die Ufa – 1917 gegründet – war jahrzehntelang die wichtigste Filmproduktionsfirma in Deutschland, heute liegt der Schwerpunkt im Fernsehen. Die ursprüngliche Berliner Firma hat heute seinen Sitz in Potsdam.

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