Alexander Grebennikov

Petition half – Russischer Verleger darf in Berlin bleiben

Wende im Fall Alexander Grebennikov. Der russische Verleger darf weiterhin in Berlin leben und arbeiten. Der Grund: die „überaus positive Wirkung des Verlags auf den innerdeutschen Tourismus“.

Foto: JakobHoff / Jakob Hoff

Die Familie des russischen Verlegers Alexander Grebennikov darf in Berlin bleiben und wird nicht ausgewiesen. Der 50-Jährige betreibt seit 2008 einen Verlag für Reiseführer in Prenzlauer Berg mit derzeit acht festen Mitarbeitern. Nun konnte die drohende Abschiebung dank öffentlicher Diskussion und politischem Einsatz abgewendet werden.

Die Mitarbeiter des Verlages hatten beim Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses eine Petition eingereicht. In dieser verdeutlichten sie noch einmal, dass bei einer Ausweisung Grebennikovs auch ihre Arbeitsplätze vernichtet würden. Die Petition brachte dann die entscheidende Wende.

Die Ausländerbehörde hatte ihre ursprüngliche Entscheidung damit begründet, dass der Verlag auch nach mehreren Jahren noch nicht rentabel sei. Ein daraufhin angefordertes Gutachten der Senatswirtschaftsverwaltung blieb hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung vage – eine eindeutig positive Zukunft wurde dem Verlag nicht bescheinigt. Aufgrund der Petition forderte die Senatsinnenverwaltung ein weiteres Gutachten der Wirtschaftsverwaltung an.

In der neuen Stellungnahme der Wirtschaftsverwaltung heißt es, dass "insbesondere aufgrund der überaus positiven Wirkung des Verlags auf den innerdeutschen Tourismus ein positives Votum abgegeben werden kann".

Am Freitagnachmittag teilte der Petitionsausschuss Grebennikov mit, dass die Innenverwaltung die Ausländerbehörde gebeten hat, die Aufenthaltsgenehmigung der Familie um drei Jahre zu verlängern. "Der Fall war durchaus anders gelagert als üblich – die Ausweisung der gut integrierten Familie irritierend", sagt Andreas Kugler (SPD), Vorsitzender des Petitionsausschusses. Eine Reihe von Telefonaten habe geholfen, die Innenverwaltung von der Dringlichkeit der Sache zu überzeugen.

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