Wegen Hitler-Bild

Polizei rechtfertigt ihren SEK-Einsatz gegen Kunststudenten

Foto: Steffen Pletl

Schwer bewaffnete Beamte hatten die Wohnung eines Studenten in Berlin-Charlottenburg gestürmt und ein Gemälde beschlagnahmt, das Adolf Hitler zeigt. Der 24-Jährige erhob danach schwere Vorwürfe.

Die Berliner Polizei hat ihr Vorgehen gegen einen 24 Jahre alten Kunststudenten gerechtfertigt. „Wenn es Anhaltspunkte gibt, dass eine Person gefährlich ist, schicken wir die Leute, die am besten ausgestattet sind“, sagte Sprecher Stefan Redlich am Montag. Deshalb sei an dem Einsatz am vergangenen Sonnabend ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt gewesen.

Die schwer bewaffneten Beamten hatten die Wohnung des Studenten in Charlottenburg gestürmt, durchsucht und ein Ölgemälde beschlagnahmt, das Adolf Hitler zeigt. Der Student hatte daraufhin in der Zeitung „BZ“ Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Die Beamten hätten ihn zu Boden gedrückt, obwohl er sich nicht gewehrt hätte.

Es habe die Gefahr bestanden, dass der Mann bewaffnet war, sagte hingegen Redlich.

Hintergrund für die Annahme ist nach Informationen der Morgenpost ein Foto, das der Student ins Internet gestellt hatte. Darauf steht er mit einem automatischen Gewehr vor dem Hitler-Bild. Wie sich bei der Durchsuchung herausstellte, handelte es sich bei der Waffe um eine Softairwaffe.

Wegen des Ölgemäldes wird nun wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gegen den Studenten ermittelt. Er wolle mit dem Bild ein Tabu brechen, hatte er in der „BZ“ gesagt. „Der Staat schränkt uns Künstler ein, das zu zeichnen, was wir wollen.“

( ur )