Spreepark Berlin

Zwangsversteigerung des Spreeparks vorerst gestoppt

Zuletzt hatte ein privater Investor 2,481 Millionen Euro als Gebot genannt. Die landeseigene Liegenschaftsfonds Projektgesellschaft hatte bis 2,480 Millionen Euro mitgesteigert.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Die Zwangsversteigerung des ehemaligen Freizeitgeländes Spreepark ist gescheitert. Das zuständige Finanzamt stoppte den Vorgang am Mittwochmittag gegen 11.30 Uhr. Zuletzt hatte ein privater Investor der eigens für den Spreepark eine Gesellschaft gegründet hatte, im Versteigerungsverfahren 2,481 Millionen Euro als Gebot genannt. Daraufhin verzichtete die landeseigene Liegenschaftsfonds Projektgesellschaft auf ein eigenes weiteres Gebot. Sie hatte bis 2,480 Millionen Euro mitgesteigert.

Hintergrund für die Aussetzung des Versteigerungsverfahrens könnten Bedenken an der Bonität des privaten Bieters sein. Offensichtlich ist der Liegenschaftsfonds bemüht, das Areal wieder in eigene Verfügung zu bekommen um es wieder neu ausschreiben zu können.

Die SP Kultur- und Freizeitpark GmbH in Berlin ist erst Ende Juni 2013 ins Handelsregister eingetragen worden. Dahinter steht sehr wahrscheinlich ein Berliner Konzert- und Eventveranstalter, der bereits ein Konzert im Spreepark veranstaltet hat.

Das Spreepark-Grundstück von etwa 30 Hektar Größe gehört dem Land Berlin. In den 90er-Jahren übernahm die Hamburger Schaustellerfamilie Witte das Vergnügungsareal auf der landeseigenen Fläche. Es wurde ein Erbbaupachtvertrag zwischen Berlin und der Betreibergesellschaft abgeschlossen. Er endet im Mai 2061. Persönlich haftende Gesellschafterin der Betreiberfirma ist Pia Witte. In diesen Vertrag soll derjenige eintreten, der das Erbbaurecht bei der Zwangsversteigerung bekommt.

Finanzamt hofft auf einen Teil der Summe

Die Zwangsversteigerung geht auf den Antrag des Finanzamtes Treptow-Köpenick zurück. Die Behörde bekam über Jahre keine Grundsteuer von der Betreibergesellschaft - der Spree-Park Berlin Vergnügungs- und Freizeitpark GmbH & Co. KG. Nun hofft das Finanzamt, zumindest einen Teil der Summe zu erhalten. Beantragt hatte es die Versteigerung bereits Ende 2008. Doch es dauerte Jahre, bis das Gutachten zum Verkehrswert für das Erbbaurecht vorlag. Dieser Wert wird mit 1,62 Millionen Euro angegeben. Das Mindestgebot muss 70 Prozent dessen betragen, also 1,13 Millionen Euro.

In der Witte-Ära wurde das Grundstück beliehen. Auf etwa elf Millionen Euro beläuft sich diese Summe. Sie ist im Grundbuch eingetragen. Hauptgläubiger ist die Deutsche Bank. Zu den Gläubigern gehört auch der Liegenschaftsfonds, der jahrelang keinen Pachtzins bekam, aber Geld für Schneebeseitigung und Wachdienst zahlte. Rund 4,5 Millionen Euro gab der Fonds als Summe an, die ihm die Spreepark-Gesellschaft schuldig ist.

Mehr als 30 Interessenten haben sich in den vergangenen Jahren um den Spreepark bemüht. Doch sie sollten einen großen Teil der Schulden übernehmen. Darauf hatte der Hauptgläubiger, die Deutsche Bank, bestanden. An dieser Bedingung sind die Verhandlungen bisher gescheitert.

Ausländische Unternehmen wie Tivoli, die französische Gruppe Grevin und die belgische Plopsa-Gruppe legten Konzepte vor, verhandelten mit dem Liegenschaftsfonds und dem Bezirksamt Treptow-Köpenick. Und zogen sich wieder zurück. Ebenso die inländischen Bewerber wie ein Schausteller aus Süddeutschland, die Studentengruppe, die Permakultur auf dem Gelände betreiben wollte, und ein Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern, das einen Geschichtspark plante.

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