Pannenflughafen BER

Berliner Ex-Flughafenchefs sollen für Schaden haften

Es gilt als sicher, dass Ex-BER-Geschäftsführer Rainer Schwarz nach seiner Kündigung zumindest auf einen Teil seiner Bezüge verzichten muss. Dabei handelt es sich um rund 1,8 Millionen Euro.

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Der Aufsichtsrat hat aus dem Berliner Flughafendebakel eine weitere Konsequenz gezogen: Der im Januar beurlaubte Flughafenchef Rainer Schwarz erhält eine fristlose Kündigung. Ein Anwaltsgutachten habe die „wichtigen Gründe“ für diesen Schritt belegt, sagte der Aufsichtsratschef und Brandenburger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Mittwoch in Schönefeld. Schwarz und der frühere Technik-Geschäftsführer Manfred Körtgen sollen auf Schadenersatz verklagt werden, sofern ihnen Pflichtverletzungen nachgewiesen werden können. Die „wichtigen Gründe“ für diesen Schritt ergäben sich aus dem Anwaltsgutachten zu Haftungsfragen, das der Aufsichtsrat im vergangenen Herbst in Auftrag gegeben hatte. Zu Einzelheiten wollte Platzeck keine Auskunft geben.

Es gilt aber als sicher, dass Schwarz bei einer rechtswirksamen Kündigung zumindest auf einen Teil seiner Bezüge verzichten muss, die er sonst bis zum Jahr 2016 erhielte. Dabei handelt es sich um rund 1,8 Millionen Euro.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost hat ein Rechtsgutachten ergeben, dass die Flughafengesellschaft Ansprüche ihm gegenüber geltend machen kann. Seine Abfindung müsste Schwarz nun vor Gericht erstreiten.

Bisher bekam Schwarz rund 28.000 Euro im Monat, plus Altersvorsorge, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Dienstwagen (Audi A8). Rainer Schwarz war vor fünf Monaten vom Aufsichtsrat der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH gekündigt worden. Kritiker warfen ihm vor, für die Probleme beim Bau des BER mitverantwortlich zu sein und deren Ausmaße zulange verschwiegen zu haben.