Architekturzeichnung

Star-Architekt Tchoban schafft einer Kunstform ein Museum

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Sabine Gundlach

Foto: JÖRG KRAUTHÖFER / Jörg Krauthöfer

Star-Architekt Sergei Tchoban eröffnet in Berlin das deutschlandweit einzige Museum für Architekturzeichnung auf dem Pfefferberg-Areal. Es ist ein modernes Domizil für eine traditionelle Kunstform.

Es ist ein Hingucker. Das neue und deutschlandweit einzige Museum für Architekturzeichnung auf dem Pfefferberg-Areal in Prenzlauer Berg präsentiert sich von jeder Seite anders. Geschossecken kragen wie gestapelte Ebenen in unterschiedlichen Größen und Winkeln aus dem Gebäude hervor. Der Massivbau aus gefärbtem Beton mit Reliefs und einem aufgesetzten Staffelgeschoss aus Glas wirkt alles andere als museal. Kein Wunder, die Stiftung des in Berlin und Moskau beheimateten Architekten Sergei Tchoban ist Bauherrin; sein Moskauer Büro „SPEECH Tchoban & Kuznetsov“ hat den außergewöhnlichen Museumsbau geplant, das Berliner Büro von Tchoban hat ihn umgesetzt.

Bekannt geworden mit Cubix-Kino und Dom-Aquarée

Der zwischen Moskau und Berlin pendelnde Architekt Tchoban wurde an der Spree bekannt mit Gebäuden wie dem Cubix-Kino, dem Dom-Aquarée, der behutsamen Grunderneuerung des denkmalgeschützten Berolina-Hauses am Alexanderplatz oder auch dem trendigen Hotel „n how!“ am Spreeufer.

Etwa drei Millionen Euro hat die Tchoban Foundation in das bis in Details wie die Türklinken durchgestaltete neue Bauwerk von Tchoban investiert, das zur Eröffnung gleich mit einer besonderen Schau aufwartet. Die Tchoban Foundation präsentiert 15 seltene Zeichnungen von Giovanni Battista Piranesi (1720 – 1778) aus dem Londoner Sir John Soane’s Museum. Die kostbaren Exponate sind erstmals außerhalb ihrer Heimstätte in London zu sehen.

Die Zeichnungen werden in den zwei Ausstellungsebenen des Fünfgeschossers gezeigt, die dank spezieller Leuchtanlage und Haustechnik optimale Bedingungen zur Präsentation empfindlicher Handzeichnungen bieten.

Die Architekturzeichnung den Menschen vermitteln

Mit dem Museum will die Tchoban Foundation die Architekturzeichnung als Kunstform stärken und zudem als Vermittler dieser Kunst in der Öffentlichkeit wirken. „Gerade in Berlin gibt es eine große Öffentlichkeit, die sich auch für die Entstehungsprozesse von Architektur interessiert“, sagte Sergei Tchoban am Freitag. Geplant sind pro Jahr vier Ausstellungen, die auch in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen durchgeführt werden. „Wir sind im Gespräch mit dem MoMA in New York oder auch mit dem Moskauer Architekturmuseum“, erläuterte Tchoban.

Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung sind neben Tchoban selbst die Leiterin des Baukunstarchivs der Akademie der Künste, Eva-Maria Barkhofen, sowie Kristin Feireiss, Gründerin des benachbarten Architekturforums Aedes. Für Baukunstexpertin Barkhofen ist das Museum „etwas ganz Neues. Es ist einmalig, dass ein privates Museum von seinem Gründer auch noch selbst entworfen und gebaut wird“.

Museum für Architekturzeichnung, Christinenstraße 18a, Prenzlauer Berg, geöffnet ab Dienstag, 4. Juni, Mo.-Fr., 14-19 Uhr, Sa., 13-17 Uhr. Eintritt: 5 Euro/ermäßigt: 3 Euro.

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