Vetternwirtschaft

Ermittlungsverfahren gegen Pressechefin der Berliner Piraten

Weil er der Mutter seiner Freundin den Job als Pressesprecherin zugeschanzt haben soll, steht Christopher Lauer in der Kritik. Nun wird gegen die Frau und einen Berater der Piraten ermittelt.

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Mitten im Bundestags-Wahlkampf sehen sich die Berliner Piraten nicht nur mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen konfrontiert, sondern auch mit einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren.

Wie „Spiegel online“ am Sonntag berichtete, ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechung gegen Chris Linke, die Pressesprecherin der Berliner Piratenfraktion.

„Mein Anwalt hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Mehr sage ich dazu nicht“, sagte Linke am Sonntag gegenüber der Berliner Morgenpost.

Offenbar Scheingeschäfte

Chris Linke soll dem Bericht zufolge hinter einer Berliner Produktionsfirma stehen, an der auch der PR-Berater Günther B. beteiligt war. Gegen den langjährigen Offizier werde ermittelt, weil er die Firma mit Aufträgen versorgt haben soll, für die nie eine Gegenleistung erbracht wurde.

Der Offizier soll von den Honoraren profitiert haben. Über Chris Linke soll Günther B. Kontakt zu den Piraten bekommen haben. Insgesamt elf Bundestagskandidaten hätten Günther B. als Berater angeheuert, zumindest zwei von ihnen sollen die Zusammenarbeit jedoch inzwischen wieder aufgekündigt haben.

Erst Mitte dieses Monats hatte Christopher Lauer, der Fraktionschef der Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus, eine Pressekonferenz einberufen, um Vorwürfe der Vetternwirtschaft auszuräumen, die ebenfalls seine neue Pressechefin betrafen.

Dabei ging es konkret um Gerüchte, Lauer habe Chris Linke, die die Mutter seiner Freundin ist, den Posten als Pressesprecherin der Fraktion verschafft. Lauer erklärte, er habe seine Freundin erst kennengelernt, als die Einstellung der Mutter schon seit Monaten beschlossene Sache gewesen sei.