Kriminalität

Drei Verletzte bei Schüssen auf Bar in Neukölln

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Foto: Steffen Pletl

In Neukölln haben Unbekannte in der Nacht zu Sonnabend aus einem Auto heraus auf ein Lokal gefeuert. Drei Gäste wurden verletzt, einer davon schwer.

In Neukölln sind drei Männer durch Schüsse verletzt worden, einer davon schwer. Unbekannte hatten in der Nacht zu Sonnabend kurz nach Mitternacht aus einem Auto heraus mehrere Schüsse abgegeben und die Männer getroffen, die in einer Bar an der Emser Straße saßen. Zwei Opfer wurden von der Feuerwehr mit einem Notarztwagen ins Vivantes-Klinikum Neukölln gebracht. Ein Verletzter wurde vor Ort ambulant behandelt.

Die Hintergründe der Tat sind unklar, eine Mordkommission hat noch in der Nacht die Ermittlungen zur Aufklärung des Tatgeschehens übernommen. Kriminaltechniker sicherten auch am Sonnabend noch Spuren am Tatort. Ein Polizeisprecher sagte, es werde in alle Richtungen ermittelt. Angaben zum Tatfahrzeug wurden nicht gemacht.

Sieben Kugeln durchschlugen ein Schaufenster

Die Szenen vor dem westlich der Hermannstraße gelegenen Lokal, dessen Kunden vornehmlich Männer aus dem Nahen Osten sind, erinnerten an einen Kriminalfilm. Gegen 0.20 Uhr kam laut Zeugen ein Wagen vorgefahren, plötzlich hallten Schüsse durch die Nacht, danach verschwand das Auto mit hoher Geschwindigkeit.

Sieben Projektile durchschlugen ein Schaufenster, ein Schuss traf die Seitenscheibe eines geparkten Kleinwagens. In der Bar wurden drei Männer im Alter von 28, 32 und 38 Jahren verletzt. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, handelt es sich um einen Syrer, einen Libanesen und einen Mann mit türkischem Pass. Der 28-jährige Syrer wurde in den Rücken getroffen, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Der Mann konnte das Krankenhaus am Sonnabendnachmittag verlassen. Nach Angaben eines Zeugen waren mindestens acht Schüsse in kurzer Folge abgefeuert worden. Möglicherweise benutzten die Täter eine halbautomatische Waffe.

Bis zum vergangenen Jahr war in dem Haus im Erdgeschoss eine Gaststätte untergebracht, die nach einer Razzia wegen Drogenhandels geschlossen wurde, berichteten Anwohner am Sonnabend. Vor der heutigen Bar, die keinen Namen trägt, war zuletzt häufig ein Maserati mit Hamburger Kennzeichen aufgefallen. Direkt neben dem Tatort befindet sich ein Imbiss, der im April 2012 abgebrannt war – es handelte sich um Brandstiftung. Nachbarn berichten, wegen Geldstreitigkeiten sei damals ein Molotowcocktail in das Lokal geschleudert worden. Der aus Polen stammende Betreiber des Imbisses „Mr. Brando’s“ soll Schulden bei einem Geschäftspartner nicht beglichen haben.

( plet/pol )