Flughafen BER

Mehdorn sieht BER schon weit - Platzeck will Tegel schließen

Alles ist auf einem guten Weg. Diesen Eindruck versuchte Flughafen-Chef Mehdorn in Brandenburgs Landtag zu vermitteln, als er zu dem pannengeplagten Milliarden-Airport in Schönefeld befragt wurde.

Foto: Marc Tirl / dpa

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) beharrt weiter darauf, dass der Flughafen Tegel nach der Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER in absehbarer Zeit geschlossen wird. Es gehe bei einem Weiterbetrieb allenfalls um eine Übergangsphase von einigen Monaten, sagte Platzeck am Montag im Sonderausschuss des Landtages, der sich mit dem Thema befasst. Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn, der am Montag vor den Abgeordneten erschien, zog derweil ein optimistisches Fazit mit Blick auf den BER: „Der Flughafen ist weiter als wir alle glauben.“

Mehdorn sagt, dass BER-Kapazität erst mal ausreicht

Nach Mehdorns Einschätzung reichen etwa die Abfertigungskapazitäten des kommenden Großflughafens in Schönefeld zunächst einmal für einige Jahre aus. „Heute ist das wirklich kein Thema.“ Und danach gebe es Wachstumsmöglichkeiten. Der BER ist zum Start auf die Abfertigung von 27.000 Passagieren ausgelegt. Bis zur Jahresmitte könnte laut Mehdorn eine „konkrete Übersicht“ über die noch zu lösenden Probleme auf der Baustelle vorliegen. Dann sei es möglich, sie in handhabbaren Paketen mit Zeitplänen abzuarbeiten.

Dabei legt Mehdorn nach eigenen Worten großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den zuständigen Bauordnungsämtern, an der es in der Vergangenheit gemangelt habe: „Man hat da versucht „Kopf durch die Wand zu spielen“. Das ändern wir.“

Mit Blick auf die alte Anlage in Tegel vermerkte Mehdorn kritisch, die zur Ertüchtigung bereitgestellten 15 Millionen Euro würden zwar ein wenig helfen, aber nicht das grundsätzliche Problem der Enge und der unzureichenden Abfertigungsbedingungen lösen. „Wir werden mit dem BER einen schönen und funktionalen Airport bekommen. Bis dahin sehen wir aus wie Lumpi unterm Sofa.“

Mehdorn könnte sich Parallelbetrieb vorstellen

Mehdorn könnte sich in der Region auch den Parallelbetrieb zweier Flughäfen vorstellen, wie er schon mehrfach angedeutet hat. In der jüngsten Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft habe aber niemand beantragt, Tegel jahrelang offenzuhalten, betonte Platzeck, der auch Vorsitzender dieses Gremiums ist.

Am alten Flughafen Schönefeld wird es nach dem Auslaufen der bestehenden Regelung zu Ende Oktober auch weiterhin uneingeschränkt Nachtflüge geben. Der Versuch des Potsdamer Verkehrsministeriums, dann die für den künftigen BER geltende Verbotszeit von 00.00 bis 5.00 Uhr einzuführen, sei gescheitert, teilte Staatssekretärin Kathrin Schneider mit. Diese Regelung hätten auch die Fluglärmkommission und der Fluglärmbeauftragte unterstützt.

Nach Angaben der brandenburgischen Landesregierung lagen bis Februar knapp 17 700 Anträge auf Schallschutzmaßnahmen vor. Im Umfeld des Schönefelder Airports gebe es rund 25 500 Anspruchsberechtigte.