Teilabriss

Tausende demonstrieren für die East Side Gallery

An der East Side Gallery in Berlin-Friedrichshain demonstrieren Tausende für den Erhalt der Mauerreste.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin streitet weiter um den geplanten Abriss von Teilen der berühmten East Side Gallery. Das Bündnis "East Side Gallery retten" hat zu einer "Wall-Parade" an dem denkmalgeschützten 1,3 Kilometer langen Reststück der Berliner Mauer aufgerufen.

Der Abriss des 22 Meter langen Teilstücks der früheren Berliner Mauer im Stadtteil Friedrichshain zugunsten einer Wohnbebauung war am Freitag nach massiven Protesten von rund 400 Demonstranten zunächst gestoppt worden.

Die East Side Gallery ist mit 1.316 Metern Länge das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. Bis zur deutschen Wiedervereinigung 1989 trennte es den Ost-Berliner Stadtteil Friedrichshain von Kreuzberg in West-Berlin.

Wir berichten von den Ereignissen vor Ort:

+++ 15.20 Uhr: 5000 Demonstranten laut Polizei

Nach Polizeiangaben sind etwa 5000 Menschen an der East Side Gallery. "Und es kommen immer mehr Menschen her", sagte eine Polizeisprecherin. Die Stimmung sei entspannt, bislang habe es auf der Kundgebung keine Zwischenfälle gegeben. Die Aktion sollte noch bis zum Abend dauern.

+++ 14.46 Uhr: Ströbele bereut Versäumnisse +++

Ströbele auf der Bühne: "Ich verkrafte es nicht, dass dieses gebrochene Symbol beschädigt wird und nicht für kommende Generationen erhalten bleibt." Er ist gegen eine Bebauung des Areals. "Auch ich habe mich lange nicht darum gekümmert. Da habe ich einen Fehler gemacht. Ich bin auch erst 2008 aufgewacht", bekennt er.

+++ 14.33 Uhr: Brücke soll nicht gebaut werden +++

Die vom Senat geplante Brommy-Brücke wird von den Demonstranten als Einfallstor für Immobilien-Spekulanten bezeichnet. Die Brücke müsse verhindert werden, dann werde auch nicht gebaut, ist sich ein Redner sicher.

+++ 14.32 Uhr: Ströbele ist auch da +++

Der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Hans-Christian Ströbele, ist ebenfalls gekommen.

+++ 14.28 Uhr: 200 Polizisten sind vor Ort +++

200 Polizeibeamte sind im Einsatz, sagt ein Sprecher. Zurzeit ist alles friedlich.

+++ 14.27 Uhr: Tausende kommen +++

Schätzungen der Polizei zu Teilnehmerzahlen liegen noch nicht vor. Dazu sei der Zulauf zu rege, heißt es seitens der Polizei. Die Zahlen würden sich ständig ändern. Nach grober Schätzung scheinen es aber Tausende zu sein, die hier für den Erhalt der East Side Gallery demonstrieren. Zeitgleich pilgern Eishockeyzuschauer in die O2 World.

+++ 14.25 Uhr: Dr. Motte appelliert an Wowereit +++

Der Berliner DJ Dr. Motte fordert auf der Bühne: "Wowereit! Die Mauer bleibt!"

+++ 14.13 Uhr: Bürgermeister Schulz angekündigt +++

Der Redner auf der Bühne kündigt für den Nachmittag auch den Kreuzberg-Friedrichshainer Bezirksbürgermeister Franz Schulz an.

+++ 14.04 Uhr: verkehr liegt brach +++

Der Autoverkehr an der Mühlenstraße ruht. Sie wird zur großen Fußgängerzone.

+++ 14.02 Uhr: Plakat wird aufgehängt +++

Die Demonstranten befestigen ein Plakat an der Mauer. Aufschrift: DENKMAL. Rechts von der Lücke in der Mauer hängt das große weiße Tuch jetzt.

+++ 14 Uhr: Die Demonstranten sammeln sich +++

Bereits vor dem Start der Kundgebung wird es eng auf der Mühlenstraße im Stadtteil Friedrichshain. Mehrere Hundert Demonstranten haben sich auf beiden Seiten der Straße versammelt. Der Fahrzeugverkehr kommt langsam zum Erliegen.

+++ 13.45 Uhr: 50.000 Unterstützer von Online-Petition +++

"Wir wollen, dass Klaus Wowereit sich endlich zu Wort meldet und einen Baustopp erwirkt, damit in Ruhe über eine konstruktive Lösung geredet werden kann", heißt es in einem Aufruf der Mediaspree-Gegner. Eine Online-Petition für den Erhalt des Bauwerks soll bereits von mehr als 50.000 Menschen unterzeichnet worden sein.

+++ 13.30 Uhr: Investor baut weiter +++

Der Investor des Wohnprojekts am Mediaspree hat aber angekündigt, die Bauarbeiten am Montag fortsetzen zu wollen.

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