Islam-Prediger

Geplantes Salafisten-Event in Kreuzberg abgesagt

Der geplante Auftritt islamistischer Prediger in Berlin findet nun doch nicht statt. Die Vermieter der Räumlichkeiten haben zurückgezogen.

Foto: Roland Weihrauch / picture alliance / dpa

Es sollte eine salafistische Veranstaltung der Superlative werden. Am kommenden Sonntag rief die Prominenz der deutschen Salafisten-Szene zu einer Spendenveranstaltung für notleidende Muslime in Syrien.

Als Gastredner waren prominente Prediger angekündigt. Unter anderem der Kölner Konvertit Pierre Vogel und der gebürtige Palästinenser Ibrahim Abou-Nagie. Stattfinden sollte die Aktion in der Markgrafenstraße in Berlin-Kreuzberg.

Jetzt haben sich die Vermieter der Veranstaltungsräume entschieden, den Salafisten keine Örtlichkeit zur Verfügung stellen zu wollen. Sie kündigten nach Informationen der Berliner Morgenpost den Vertrag.

Vermieter wussten nichts

"Unsere Räume sind für Hochzeiten und Partys gedacht", so eine Sprecherin vom "Vicom-Festsaal" in der Markgrafenstraße, "Wir wollen hier keine politische Veranstaltung und distanzieren uns von den Salafisten."

Eine unbekannte Privatperson habe die Veranstaltung angemeldet und den Mietvertrag unterschrieben, so die Sprecherin weiter. Man habe nicht gewusst, dass es sich um ein salafistisches Event handelt. Erst durch die Medienberichterstattung und einen Hinweis der Berliner Polizei, sei klar geworden, wer die Veranstaltungsräume nutzen wolle.

Im Internet warben Salafisten bereits seit Tagen in sozialen Netzwerken mit Videos für die geplante Veranstaltung. Angekündigt waren prominente Salafisten-Prediger aus ganz Deutschland. Neben Pierre Vogel und Ibrahim Abou-Nagie sollten auch zwei Bonner und ein Frankfurter Prediger auftreten.

Der Berliner Verfassungsschutz erklärte, er werde die Veranstaltung im Blick haben. Die Behörde bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den angekündigten Gastrednern um führende Vertreter des Salafismus in Deutschland handele.

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