Fall Jonny K.

Berliner Staatsanwaltschaft legt erfolgreich Beschwerde ein

Gegen die Haftverschonung eines möglichen Mittäters im Fall Jonny K. hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt - mit Erfolg.

Nach der tödlichen Prügelattacke auf den 20-jährigen Jonny K. am Alexanderplatz hat die Staatsanwaltschaft Berlin mit Erfolg Beschwerde gegen die Haftverschonung für einen möglichen 21-jährigen Mittäter eingelegt. Nach Informationen von Morgenpost Online wird nach dem mutmaßlichen Mittäter jetzt wieder mit Haftbefehl gesucht.

Er hatte sich gemeinsam mit einem weiteren 19 Jahre alten Tatverdächtigen am Mittwoch der Mordkommission gestellt. Beide wurden allerdings noch am selben Abend überraschend auf freien Fuß gesetzt. Gegen den 21-Jährigen wurde zwar Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge erlassen, der Vollzug jedoch ausgesetzt.

„Begründet wurde dies mit den Aussagen des Beschuldigten zur Tat, den sozialen und familiären Bindungen und seinem Vorleben", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Martin Steltner. Gegen die Haftverschonung hatte die Staatsanwaltschaft dann Beschwerde eingelegt. Ein Antrag auf Aufschub der Haftverschonung seitens der Staatsanwaltschaft wurde nach Angaben des Sprechers ebenfalls abgelehnt.

Brutale Tat sorgte bundesweit für Aufsehen

Der 19-Jährige Onur U., ebenfalls ein mutmaßlicher Mittäter, bestritt unterdessen gegenüber einem Reporter der „Bild“ in Istanbul eine direkte Beteiligung an den tödlichen Tritten vor zehn Tagen. Er kündigte demnach zudem an, sich zu stellen: „Ich komme nächste Woche nach Deutschland zurück, werde mich meiner Verantwortung stellen“, zitierte ihn das Blatt.

Die brutale Tat in der Mitte Berlins sorgt seit Tagen bundesweit für Aufsehen: Eine Gruppe junger Männer hatte den 20-Jährigen attackiert, als er einem betrunkenen Freund helfen wollte. Dabei traten die Täter noch mehrfach heftig gegen den Kopf des Mannes, als er schon am Boden lag. Das Opfer starb einen Tag später an Schädelblutungen. Drei im Zusammenhang mit der Tat Verdächtige hatten durch ihre Aussagen U. offenbar schwer belastet.

Onur U.s Onkel zeigt sich entsetzt

Er sei bei der Tat dabei gewesen, habe aber „nur den anderen geschlagen“, sagte U. nun der „Bild“-Zeitung. Von dem am Boden liegenden Opfer habe er „nichts mitbekommen“. Den anderen Verdächtigen warf er vor, sich abgesprochen zu haben – „die wollen mir die Schuld geben, um von sich abzulenken“. U., laut „Bild“ ein erfolgloser Amateurboxer, kündigte an, sich der Polizei zu stellen. Er betonte demnach zudem, er sei nicht geflohen, sondern habe seinen Vater auf dessen Türkeireise begleiten wollen.

Onur U.s Onkel, der frühere Profiboxer Oktay Urkal, zeigte sich entsetzt über die Tat. Er forderte seinen Neffen auf, sich sofort zu stellen „wie ein Mann“.