Fall Jonny K.

Berliner Ermittler vermuten Haupttäter in der Türkei

Am Mittwochvormittag haben sich zwei Männer der Polizei gestellt. Gegen eine weitere Person wurde Haftbefehl erlassen.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Im Fall des zu Tode geprügelten 20-Jährigen am Alexanderplatz haben sich zwei 19 und 21 Jahre alte Männer am Mittwoch den Ermittlungsbehörden gestellt. Das erfuhr Morgenpost Online aus ranghohen Sicherheitskreisen.

Nach der Festnahme des 19-Jährigen Osman A. am Dienstag haben sich die beiden am Mittwochvormittag im Beisein ihrer Anwälte zur Polizei begeben. Alle weiteren Namen der mutmaßlichen Schläger sind den Ermittlern jetzt bekannt.

Gegen den 19 Jahre alten Osman A. ist am Mittwoch Haftbefehl erlassen worden. Der Grund: Körperverletzung mit Todesfolge. Der 19-Jährige sitzt bereits in Untersuchungshaft, wie Morgenpost Online erfuhr. Die beiden weiteren Täter, die sich am Mittwoch gestellt hatten, werden am Donnerstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

In Ermittlerkreisen hieß es, der Haupttäter werde in der Türkei vermutet. Die Polizei äußerte sich zuversichtlich über den Fortgang der Ermittlungen. „Wir sind guter Dinge, dass wir den Tatbeteiligten auf die Schliche gekommen sind. Auch die weiteren Verdächtigen sind uns mittlerweile namentlich bekannt“, sagte Martin Dams, Sprecher der Berliner Polizei.

Das 20-jährige Opfer Jonny K. war in der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober von mehreren jungen Männern bewusstlos geprügelt worden. Der junge Mann erlag einen Tag später seinen schweren Verletzungen. Als Todesursache werden nach der Obduktion Blutungen im Gehirn vermutet. Eine öffentliche Gedenkfeier wird am Sonntag (28. Oktober) im Haus der Begegnung in Charlottenburg ausgerichtet.

Die Brutalität des Angriffs hatte über die Grenzen Berlins hinweg Entsetzen ausgelöst. Neben anderen Politikern schaltete sich auch Bundespräsident Joachim Gauck in die Debatte ein und forderte am Montag ein entschiedenes Einschreiten gegen Gewalt. Die Menschen dürften „nicht wegschauen“, sagte er und sicherte den Berlinern seine Unterstützung beim Engagement gegen Gewalt zu.