Virchow-Klinikum

Männer verprügeln Berliner Arzt mit Holzlatten

Der Chef-Gynäkologe im Berliner Virchow-Klinikum wurde in seinem Büro angegriffen. Er soll eine Patientin falsch behandelt haben.

Brutaler Überfall auf Gynäkologie-Chef der Charité

Der Arzt und ein Begleiter sind am Dienstag in einem Büro im Rudolf-Virchow-Klinikum mit Stöcken angegriffen worden.

Video: BMO
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Der Angriff auf einen Gynäkologen an der Charité hat nichts mit dem Ausbruch von Darmkeim-Infektionen bei Säuglingen zu tun. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, warfen die unbekannten Täter dem Arzt vor, eine Patientin falsch behandelt zu haben. „Ob sich Täter und Opfer kannten, ist bis jetzt aber noch unklar“, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch die Identität der Angreifer ist weiterhin unbekannt.

Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) hat den Überfall scharf verurteilt. Der Politiker kündigte an, den Gynäkologen an diesem Mittwoch im Krankenhaus zu besuchen. „Ich bin zutiefst erschüttert über den Vorfall“, sagte Czaja in einer schriftlichen Stellungnahme. Dieser offenbar gezielte Angriff mache ihn sprachlos. Der Senator sprach der Familie sein Mitgefühl aus.

Der Arzt und ein Begleiter waren am Dienstag in einem Büro im Rudolf-Virchow-Klinikum, das zur Charité gehört, mit Stöcken angegriffen worden. Dabei erlitt der Klinikdirektor schwere Verletzungen – einen Rippenbruch, Prellungen und Schürfwunden.

Nach Informationen von Morgenpost Online hatte sich der Chefarzt gegen 16 Uhr gerade in einem Gespräch befunden, als zwei bislang Unbekannte in den Raum gestürmt waren und beide Männer mit Kanthölzern angegriffen hatten. Einem Polizeibeamten zufolge schlugen die Täter mehrfach zu, ehe sie aus dem Raum stürmten und die Flucht ergriffen.

Sanitäter versorgten die Opfer. Während der Gesprächspartner des Professors nach einer ambulanten Behandlung wieder aus der Klinik entlassen werden konnte, empfahlen die Kollegen des Chefarztes für Gynäkologie diesem eine stationäre Behandlung. Lebensgefahr besteht den vorliegenden Informationen nach nicht.

Nach Angaben eines Beamten müssten die Sicherheitsvorkehrungen in den Berliner Krankenhäusern überdacht werden. Es könne nicht sein, dass Männer mit Holzlatten in ein Krankenhaus eindringen und Menschen verletzen. Die bewaffneten Männer müssten allerdings auch Augenzeugen aufgefallen sein. Die Polizei bittet um Mithilfe.