Plage

Die Zahl der Tauben in Berlin ist drastisch gesunken

Experten gehen von nur noch 10.000 Tauben im Stadtgebiet aus. Verantwortlich für den Erfolg im Kampf gegen die Plage: Habichte.

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Was haben sich die Städte nicht schon alles einfallen lassen, um der Taubenplage Herr zu werden. Die Vögel wurden mit Verhütungsmitteln gefüttert, ihre Eier im Nest durch Gipseier ersetzt, man hat Netze gespannt und auch kleinste Mauervorsprünge mit spitzen Metallstiften besetzt, mancherorts wurden die Tauben schlicht vergiftet.

Immer wieder wurden neue Maßnahmen erdacht, denn die Taubenpopulation schien immer weiter zu wachsen. Doch jetzt zeigt sich der Erfolg: In Berlin ist die Zahl der Stadttauben drastisch gesunken.

Schätzungen gehen nur noch von 10.000 Tauben in ganz Berlin aus, heißt es in der Antwort vom Berliner Umweltstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf eine Parlamentarische Anfrage des CDU-Politikers Alexander Herrmann. Gaebler zitiert in der Antwort den „Berliner Ornithologischen Bericht“, wonach 4827 Tauben auf Teilflächen der Stadt gezählt worden seien und danach der Gesamtbestand geschätzt wurde. Noch im Jahr 2000 gingen Schätzungen von bis zu 40.000 Brutpaaren aus.

Es gebe gar keinen Bereich mehr mit einem besonders hohen Taubenbestand in Berlin. Die meisten Tauben finden sich noch am Bahnhof Zoo mit 238 Vögeln und in der Hauptstraße in Schöneberg (205 Exemplare). Etwas weniger als 200 Tauben leben jeweils an den U-Bahnhöfen Nollendorfplatz, Kottbusser Tor, Schlesisches Tor, Schöneberg und Hallesches Tor sowie am Rathaus Spandau.

Das Berliner Taubenvolk ist nach Ansicht des Senats nicht allein durch die systematische Beseitigung von Nistmöglichkeiten geschrumpft. Neben den vom Menschen erdachten Tricks setzte ein natürlicher Feind den Tauben zu: Habichte.