Protestmarsch

Tausende demonstrieren für mehr Rechte für Flüchtlinge

In Berlin haben mehr als 3000 Aktivisten auf die Lage von Flüchtlingen hingewiesen. Dabei waren auch Teilnehmer des Refugee Protest March.

Foto: Steffi Loos / dapd

Mehr als 3000 Menschen und damit dreimal so viele wie angemeldet haben am Sonnabend in Berlin für mehr Flüchtlingsrechte demonstriert. Mit Trillerpfeifen, Trommeln und großen Bannern zogen Flüchtlinge, linke Gruppen und Parteien von Berlin-Kreuzberg ins Regierungsviertel.

Die Menge skandierte „Hoch die internationale Solidarität“ und „Bewegungsfreiheit ist das Recht jedes Menschen“ Auf Plakaten hieß es: „Kein Mensch ist illegal“ und „Abschiebungen stoppen“. Die Demonstration verlief nach Angaben der Polizei weitgehend friedlich. Ursprünglich hatten die veranstalter nur 800 Teilnehmer erwartet.

Unter den Demonstranten waren auch Asylbewerber, die seit rund einer Woche auf dem Oranienplatz in Kreuzberg campieren. Sie waren etwa 600 Kilometer von Würzburg nach Berlin zu Fuß gekommen, um damit gegen die Residenzpflicht für Flüchtlinge zu demonstrieren. Flüchtlinge sind verpflichtet, sich in einer ihnen zugewiesenen Region aufzuhalten.

„Ich demonstriere für Bewegungsfreiheit und die Erlaubnis zu arbeiten“, sagte Jerry (26), der aus Wolfsburg angereist ist. Er habe sein Heimatland Burundi im Alter von sechs Jahren verlassen müssen. Seit fünf Jahren sei er in Deutschland. In seiner Unterkunft fühle er sich wie im Lager. „Du bist nicht frei.“

Die rechtspopulistische Splitterpartei „Pro Deutschland“ hatte zeitgleich eine Gegenkundgebung nahe dem Reichstag mit 50 Teilnehmern angemeldet. Zusammenstöße hatte es laut Polizei am späten Nachmittag noch nicht gegeben.