Bahnhofs-Posse

Lehrter Bahnhof lebt weiter - Schilder wieder angeschraubt

Beinahe wurde die letzte sichtbare Erinnerung an den Lehrter Bahnhof getilgt. Jetzt sind die Schilder im Hauptbahnhof wieder aufgetaucht.

Foto: Berliner Fahrgastverband IGEB

Vor einigen Tagen verschwand am S-Bahnsteig des Berliner Hauptbahnhofs der Namenszusatz „Lehrter Bahnhof“ – jetzt ist er wieder da.

Arbeiter haben die acht abmontierten Schilder am Montag wieder angeschraubt, wie ein Bahnsprecher berichtete. Damit steht an den Gleisen 15 und 16 unter dem Hauptnamen „Berlin Hauptbahnhof“ nun wieder in kleinerer Schrift weiß auf blau „Lehrter Bahnhof“. So hieß die Vorgängerstation an gleicher Stelle.

Warum die Tafeln erst abmontiert und dann wieder angeschraubt wurden, blieb am Montag ungeklärt. Nach Angaben der Bahn wurde in der vergangenen Woche die Beleuchtung für die Schilder erneuert.

Wieso dabei auch der Zusatz „Lehrter Bahnhof“ abhandenkam, konnte der Sprecher nicht erklären. „Das Wichtigste ist, dass sie jetzt wieder da sind“, meinte er. Der Berliner Fahrgastverband Igeb hatte am Sonntag auf das Fehlen der Schilder aufmerksam gemacht.

Die Schilderposse hat eine Vorgeschichte. Im Jahr 2002 hatten sich in einer Abstimmung 70 Prozent von 7860 Berlinern entschieden, für den neuen Fernbahnhof den alten Namen zu behalten. Am Ende entschieden sich Bahnchef Hartmut Mehdorn und der Senat für den Doppelnamen „Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof“ als Kompromiss.

Wo seit 2006 der Hauptbahnhof steht, befand sich von 1871 bis 1959 der Lehrter Bahnhof. Von dort konnte man bis nach Lehrte bei Hannover fahren. Den Namen Lehrter Stadtbahnhof trug danach der benachbarte S-Bahnhof, bis dieser 2002 dem Neubau weichen musste.