Grünen-Politiker

Ströbele will trotz Krebs zurück in den Bundestag

Hans-Christian Ströbele leidet an einer Prostata-Erkrankung. Er plant dennoch, sich um die Kandidatur für den Bundestag bewerben.

Grünen-Urgestein Hans-Christian Ströbele will trotz einer Krebserkrankung noch einmal für den Bundestag kandidieren. „Ich würde gerne. Das hängt aber davon ab, ob ich gesund bin“, sagte der 73-jährige Kreuzberger Bundestagsabgeordnete am Mittwoch. Er leide an Prostata-Krebs, hoffe jedoch, die Erkrankung zum Jahresende überstanden zu haben.

Vor allem wolle er seine Fraktion nicht im Stich lassen. „Ich habe nicht auf alle Fragen Antworten, aber Anregungen und viel Kritik, die sich häufig bewahrheitet hat“, sagte Ströbele selbstbewusst. Er ist der einzige direkt gewählte Grüne im Bundestag. Seit längerer Zeit war spekuliert worden, ob er erneut für seine Partei ins Rennen gehen würde.

Am Dienstagabend informierte Ströbele seine Bezirksgruppe Kreuzberg-Friedrichshain und sprach erstmals öffentlich über seine Erkrankung. Damit habe er den Gerüchten und Vermutungen entgegentreten wollen, erklärte Ströbele auf seiner Internetseite. „Ich befinde mich bereits in Behandlung und gehe davon aus, dass mein gesundheitliches Problem bis Anfang Dezember behoben ist“, so der 73-Jährige. „Das sagen auch die Ärzte, die ich in den vergangenen Wochen konsultiert habe.“

Über soziale Netzwerke und den Kurznachrichtendienst Twitter erhielt Ströbele kurz nach Bekanntwerden seiner Krankheit unzählige Besserungswünsche. Via Twitter ließ er wissen: „Herzlichen Dank für die vielen Genesungswünsche und Eure Unterstützung!“

Er wolle weiter bei der Aufklärung der Pannen rund um die Morde des Nationalsozialistischen Untergrunds mitwirken, so Ströbele. „Vor allem will ich mit Kritik und eigenen Vorschlägen dazu beitragen, den Krieg in Afghanistan endlich wirklich zu beenden.“ Auch bei der Euro-Rettung wolle er Stellung beziehen. Bei diesen Themen hatte er sich in der Vergangenheit meist gegen die Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast gestellt.

Ströbele sitzt seit 1998 im Bundestag, wo er bereits von 1985 bis 1987 ein Mandat hielt. 2009 hatte der Kreuzberger Politiker seinen Wahlkreis mit 46,8 Prozent zum dritten Mal in Folge direkt gewonnen.