Landesunternehmen

Steuerzahlerbund rügt Bezüge der Berliner Topmanager

Die Bezüge der Chefs in den wichtigsten Landesunternehmen sind 2011 um 8,3 Prozent gestiegen. Der Steuerzahlerbund hält das für überzogen.

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Der Steuerzahlerbund hält die Gehaltssteigerungen in den Führungsetagen der Berliner Landesunternehmen für überzogen. „Eine Steigerung ist in dem guten konjunkturellen Umfeld nicht unüblich. Aber in dieser Größenordnung ist das schwer zu vermitteln“, kritisierte der Landesvorsitzende Alexander Kraus. Die Bezüge der Geschäftsführer und Vorstände der Landesunternehmen überstiegen häufig die der zuständigen Senatoren, das sei zu viel.

Die Bezüge der Topmanager in den wichtigsten Landesunternehmen waren im vergangenen Jahr durchschnittlich um 8,3 Prozent gestiegen. Jahresgehälter über 300.000 Euro sind keine Seltenheit, in Einzelfällen übersteigen sie auch eine halbe Million Euro.

„Das Argument, das gute Leute Geld kosten, zieht nicht“, sagte Kraus. „Beim Flughafen hat es offensichtlich auch nichts genutzt.“ Dessen Chef Rainer Schwarz war nach der geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens auch wegen seines Jahresgehalts von 555.000 Euro in die Kritik geraten.

Die Landesunternehmen bewirtschaften in Berlin etwa Wohnungen, entsorgen Müll, betreiben Schwimmbäder sowie U-Bahnen und Busse. „Ureigene Aufgaben der staatlichen Daseinsvorsorge werden in solche Gesellschaften ausgegliedert, und schon hat man große Spielräume bei den Gehältern“, kritisierte Kraus.

Der Steuerzahlerbund lobte das Transparenzgesetz, mit dem das Abgeordnetenhaus die Unternehmen verpflichtete, die Bezüge detailliert offen zu legen. Nun könne sich jeder ein Bild machen.

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