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Henkel kritisiert Zeitverlust beim neuen Großflughafen

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Beim Bau des Großflughafens ging laut Innensenator Frank Henkel Zeit verloren, weil die Planer rausgeworfen wurden.

Beim Bau des neuen Hauptstadtflughafens ist nach dem Rauswurf des Generalplaners laut Senat Zeit verloren gegangen. Es sei nicht völlig neu geplant worden, „das ist übertrieben“, sagte Innensenator Frank Henkel (CDU) am Donnerstag bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsclubs VBKI. „Richtig ist aber, das nicht alles so schnell ging, wie es uns gesagt wurde. Wir haben beim Übergang Zeit verloren, das ist nicht populistisch, sondern schlicht die Wahrheit.“

Nach der sehr kurzfristig bekanntgewordenen zweiten Verschiebung des Eröffnungstermins am 3. Juni war Mitte Mai dem Generalplaner PG BBI gekündigt worden. Zu dem Konsortium gehört auch das Büro des Architekten Meinhard von Gerkan. Die Planung hat nun die Flughafengesellschaft selbst übernommen. Außerdem musste Chefplaner Manfred Körtgen gehen, sein Nachfolger ist Horst Amann.

Die Flughafengesellschaft hat inzwischen vor dem Landgericht Potsdam die Planungsgesellschaft verklagt. Die Gesellschafter begründeten dies mit einer „mangelhaften Koordinierung der Bauüberwachungsleistungen“. Die Flughafenbetreiber machen einen Schaden von mindestens 80 Millionen Euro wegen fehlerhafter Planung geltend.

Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn führt unterdessen das Debakel um den Hauptstadtflughafen auch auf eine falsche Führung der Betreibergesellschaft zurück. „Die Struktur war nicht richtig, die Reflexe waren nicht richtig, den Aufsichtsrat hätte man anders besetzen können“, sagte Mehdorn in der RBB-Sendung „Thadeusz“ (Mittwoch). Die Flughafenbetreiber gehen nach der geplatzten Eröffnung von Mehrkosten von 1,177 Milliarden Euro aus. Mehdorn kritisierte, dass zur Geschäftsführung des Flughafens kein Finanzchef gehört. Auch im Aufsichtsrat müssten kompetente Leute sitzen, die sich mit Finanzen auskennen.

( dpa/alu )