Moscheen-Tour

Friedliche Proteste gegen „Pro Deutschland“-Demonstration

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Die Rechtspopulisten provozierten vor allem mit Mohammed-Karrikaturen vor Berliner Moscheen. Zu größeren Zwischenfällen kam es dabei nicht.

+++ 18:25 Uhr +++

Der Al-Quds-Umzug endete laut Polizei gegen 17.40 Uhr am Wittenbergplatz. Trotz versuchter Provokationen kam es zwischen den 1100 Muslimen und den rund 400 Gegendemonstranten zu keinen größeren Zwischenfällen.

Innensenator Frank Henkel sprach den Einsatzkräften der Polizei am Abend ein „großes Lob“ aus, die sicher nicht leichte Einsatzlage sei sehr gut und professionell bewältigt worden.

Am Ludwigkirchplatz in Wilmersdorf kamen unterdessen mit großer Verspätung gegen 18.20 Uhr noch knapp 20 Pro Deutschland-Anhänger zu einer letzten Kundgebung zusammen.

Wie ein Polizeisprecher sagte, wurden im Bezirk Neukölln fünf Gegendemonstranten festgenommen, nachdem Farbbeutel und andere Gegenstände auf die „Pro Deutschland“ Demonstranten geworfen wurden.

+++ 17:01 Uhr +++

Am Kurfürstendamm kommt es immer wieder zu wechselseitigen Provokationen, die Polizei unterbindet sie allerdings schnell. Nur einige Male gibt es kleinere Rangeleien. In Neukölln haben die „Pro-Deutschland”-Anhänger inzwischen die Flughafenstraße erreicht, hier warten etwa 1000 Gegendemonstranten, darunter Mitglieder des Bündnisses Neukölln, dass zu einer Gegenkundgebung aufgerufen hatte. Auch die Berliner Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers ist dort eingetroffen.

+++ 16.44 Uhr +++

Am Kurfürstendamm läuft die Zwischenkundgebung an der Ecke Joachimstaler Straße. Auf der Gegenkundgebung fordern Redner ein Verbot der radikalislamischen Hamas-Bewegung. Die Polizei sorgt weiterhin für eine strikte Trennung der Gruppen.

Die „Pro-Deutschland“-Aktivisten sind inzwischen auf dem Weg zur Flughafenstraße. Dort zieht die Polizei ein größeres Aufgebot zusammen als zuvor bei den beiden anderen Moscheen, denn dort warten bereits mehr als 400 Gegendemonstranten. Zuvor waren es etwa 100 gewesen.

+++ 16.05 Uhr +++

Vor der Al-Nur-Moschee biete sich derzeit das gleiche Bild wie bereits am Mittag in Wedding. „Pro-Deutschland”-Aktivisten und Gegendemonstranten versuchen, sich mit lautstarken Redebeiträgen gegenseitig zu übertönen. Die Stimmung ist aufgeheizt, Zwischenfälle blieben bislang aber aus. Anders als vor der Moschee in Wedding haben sich vor der Al-Nur-Moschee auch Mitglieder der Gemeinde versammelt, sie halten Koran-Exemplare hoch, es gibt Ansprachen auf Arabisch. Vor Ort sind 300 Einsatzkräfte, überwiegend von der Bundespolizei.

+++ 15.44 Uhr +++

Auf dem Ku´damm hat sich der Demonstrationszug mit knapp 600 Teilnehmern mittlerweile in Bewegung gesetzt. An der Ecke Joachimsthaler Straße ist eine Zwischenkundgebung geplant, dort findet auch eine weitere Gegenkundgebung mit geschätzten 150 Teilnehmern statt. Wie auch am Adenauerplatz werden beide Gruppen durch 300 Polizeibeamte konsequent auf Abstand gehalten. Der Ku´damm ist inzwischen gesperrt.

+++ 15.29 Uhr +++

Am Adenauerplatz haben sich inzwischen etwa 600 Teilnehmer bei der Demo zum Jerusalem-Tag eingefunden. Mit wesentlich mehr Demonstranten rechnet die Polizei nach Angaben eines Sprechers nicht mehr. Der Aufzug Richtung Wittenbergplatz soll sich in den nächsten Minuten mit eineinhalb Stunden Verspätung in Bewegung setzen. Bis auf einige Provokationen von Gegendemonstranten und Journalisten durch arabische Jugendliche gab es keinerlei Zwischenfälle. Die Polizei ist in allen Fällen sofort eingeschritten.

+++ 14.59 Uhr +++

Pro Deutschland ist inzwischen mit fast einstündiger Verspätung an der Al-Nur-Moschee eingetroffen. Am Ku´damm macht sich derzeit die amtierende Polizeipräsidentin Margarete Koppers ein Bild von der Lage. Nach Angaben eines Polizeisprechers war auch Innensenator Frank Henkel (CDU) kurz vor Ort.

+++ 14.43 Uhr +++

Am Adenauerplatz haben sich inzwischen etwa 300 Teilnehmer der Demo zum Jerusalem-Tag versammelt, es herrscht aber noch Zustrom. Busse mit weiteren Teilnehmern aus verschiedenen Bundesländern fahren vor. Die Parolen auf den Spruchbändern sind bislang moderat, auf einem heißt es „Keine Steuergelder für Israels Kriege“. In den vergangenen Jahren wurde regelmäßig zur Vernichtung Israels aufgerufen. Die von Parteien, Kirchen und jüdischen Institutionen organisierte Gegendemonstration ist noch im Gange.

+++14.42 Uhr +++

Vor der Al-Nur-Moschee an der Haberstraße in Neukölln haben sich etwa 20 Gegendemonstranten versammelt, außerdem ist die Polizei mit zwei Hundertschaften vertreten. Von „Pro Deutschland” keine Spur. Vor Ort gibt es Gerüchte, die rechte Gruppierung habe kurzfristig den Ablauf geändert und wolle möglicherweise am Rande der Demo auf dem Kurfürstendamm weitere Aktionen starten. Die Polizei kann dazu derzeit noch nichts sagen.

+++ 14.39 Uhr +++

Am Adenauerplatz gibt es vereinzelte Versuche arabischer Demonstranten, Fotografen und Kameraleute an ihrer Arbeit zu hindern. Die Polizei schreitet ein.

+++ 13.52 Uhr +++

Am Adenauerplatz, wo um 14 Uhr die Demonstration zum Al-Quds-Tag starten soll, hat inzwischen eine erste Gegenkundgebung begonnen. Obwohl erst knapp 100 Teilnehmer vor Ort sind, gibt es bereits Redebeiträge, zudem werden Transparente und Israel-Fahnen geschwenkt. Von den erwarteten 1000 Teilnehmern an der Demo zum Jerusalemtag sind bislang erst einige wenige erschienen, der Aufzug wird mit Sicherheit nicht pünktlich starten. Auch wenn erst wenige Demonstranten und Gegendemonstranten vor Ort sind, werden beide Gruppen von einem starken Polizeiaufgebot auf Abstand gehalten.

+++ 13.34 Uhr +++

Gegen Ende der ersten Kundgebung an der Torfstraße werden doch noch vier Karikaturen gezeigt, ohne das dies zu irgendwelchen Reaktionen geführt hätte. Die Kundgebung ist bislang friedlich verlaufen, die „Pro Deutschland”-Aktivisten machen sich jetzt auf den Weg zur Al-Nur-Moschee in Neukölln. Bei den bisherigen Gegenkundgebungen an der Rhinstraße und an der Torfstraße fiel auf, dass ausschließlich linke und linksextreme Gruppen daran beteiligt waren, jedoch keine Muslime. Mehrere Vertreter islamischer Verbände hatten ihren Gläubigen zuvor von einer Beteiligung an den Gegendemonstrationen abgeraten.

+++ 13.05 Uhr +++

Die Kundgebung an der Torfstraße läuft seit knapp einer Stunde. Bislang haben die Rechten darauf verzichtet, die umstrittenen Karikaturen zu zeigen. Sie begnügen sich derzeit mit Transparenten, in denen vor einer Islamisierung Deutschlands gewarnt wird. Zwischenfälle gab es noch nicht. Die beiden vorübergehend festgenommenen Männer hatten Pfefferspray dabei. Es wurde ihnen abgenommen, nach der Personalienfeststellung durften sie wieder gehen.

+++ 12.43 Uhr+++

Während die Kundgebung an der Torfstraße in Wedding noch läuft - Mohammed-Karikaturen wurden bislang nicht gezeigt -, hat die Polizei auch an den beiden anderen Moscheen Kräfte zusammengezogen. Zudem werden im Umfeld der Kundgebungsorte Kontrollstellen errichtet. Einzelne Straßen rund um die Örtlichkeiten sind gesperrt, der Verkehr ist bislang allerdings noch nicht beeinträchtigt.

+++ 12.30 Uhr +++

An der Torfstraße ist es inzwischen lauter geworden. Zusammen kommen die linken Gegendemonstranten auf knapp 100 Leute. Beide Seiten versuchen, sich mit Parolen zu übertönen. Es gab zwei vorübergehende Festnahmen, ein Rechter und ein Linker, ansonsten hat die Polizei alles unter Kontrolle.

+++ 11.37 Uhr +++

„Pro Deutschland” ist inzwischen an der ersten Station eingetroffen, der As-Sahaba-Moschee in der Torfstraße in Wedding. Statt der angemeldeten 100 Teilnehmer ist es bei 60 geblieben. In der Torfstraße hat sich bereits eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten (ca. 30 Leute) eingefunden. Das Polizeiaufgebot ist um einiges größer, zwei Hundertschaften sind vor Ort.

+++ 11.30 Uhr +++

Eine Antifa-Gruppe hat einen Bus gechartert und plant, die Stadtrundfahrt der Rechten zu begleiten und an allen vorgesehenen Kundgebungsorten Gegenkundgebungen durchzuführen. Die Polizei sieht darin kein Problem, ein höheres Risiko stellen nach Ansicht von Polizeiführern Spontanaktionen dar. Das Motto der „Pro Deutschland”-Aktionen lautet „Hasta la vista Salafista“, das Motto der Antifa: „Pro Deutschland” die Tour vermasseln.

+++ 11.09 Uhr +++

Das „Bündnis Neukölln“, dem etliche Politiker von SPD, Linke und Grünen angehören hat für 15 Uhr zu einer Gegenkundgebung an der Dar Assalam Moschee an der Flughafenstraße aufgerufen. Die Moschee ist die dritte Station auf der Route von Pro Deutschland. Die Polizei wird dort nach jetzigem Stand mit drei Hundertschaften präsent sein.

+++ 11.05 Uhr +++

Vor der Geschäftsstelle von „Pro Deutschland” treffen sich die Teilnehmer der „freiheitlichen Stadtrundfahrt“. Angemeldet sind 100 Teilnehmer. Gekommen sind aber offenbar nur rund 60.

+++ 11.00 Uhr +++

Wir berichten live von den Demonstrationen in Berlin. Reporter vor Ort ist Steffen Pletl.

( Steffen Pletl und Andreas Gandzior )