Streit um Rechnung

Männer fliehen nach Schüssen im Berliner Bordell Artemis

Bei einer Schießerei in Berlins größtem Bordell wurden drei Wachschützer verletzt. Vier Männer flohen nach der Tat.

Foto: Steffen Pletl

Eine Auseinandersetzung im sogenannten Saunaclub „Artemis“ in Berlin-Charlottenburg hat am Freitagmorgen größere Einsätze von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. In dem größten Bordell der Bundeshauptstadt an der Halenseestraße waren gegen 4 Uhr mehrere Schüsse gefallen. Hintergrund waren nach Angaben der Polizei Zahlungsstreitigkeiten zwischen vier Besuchern und dem Security-Personal. Drei Wachschützer wurden bei dem Angriff verletzt und wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Glücklicherweise war nach ersten Erkenntnissen der Kriminalpolizei offenbar jedoch keine scharfe Schusswaffe eingesetzt worden. Darauf deute auch die Art der Verletzungen hin, hieß es in Ermittlerkreisen.

Kaum eine Stunde vor Betriebsschluss wurde es in dem im September 2005 eröffneten Etablissement noch einmal turbulent. Vier Gäste waren laut Polizei mit Sicherheitsmitarbeitern aneinander geraten. Vermutlich gab es Unstimmigkeiten über die Höhe der Rechnung. Plötzlich eskalierte der Streit und einer der Besucher zückte eine Pistole und feuerte mehrmals auf die Wachleute.

Unmittelbar darauf flüchteten die vier Männer aus dem Foyer in unbekannte Richtung. Um 4.06 Uhr ging in der Einsatzleitzentrale der Feuerwehr die Meldung „Drei Verletzte nach Schusswaffengebrauch“ ein, acht Minuten später trafen die Fahrzeuge des Rettungsdienstes ein. Ein Mannschaftswagen einer Einsatzhundertschaft hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Stellung bezogen.

Die Feuerwehr lieferte die Wachschützer ins DRK-Klinikum Westend, ins Martin-Luther-Krankenhaus und in die Rudolf-Virchow-Klinik in Wedding ein. Nach ersten Erkenntnissen seien die Verletzungen oberflächlicher Natur. Da am Tatort zunächst auch keine Projektile durch die Spurensicherung aufgefunden wurden, geht die Polizei davon aus, dass es sich bei der Tatwaffe um eine Schreckschusspistole gehandelt haben dürfte. Die Ermittlungen der Polizei dauern noch an. Bis Freitagnachmittag lagen noch keine Täterbeschreibungen vor.

Das für fünf Millionen Euro neben der Stadtautobahn am Dreieck Funkturm errichtete „Artemis“ mit vier Etagen, Bar- und Saunabereichen, Dachterrasse und Erotikkinos gehört zwei türkischen Geschäftsleuten. Etwa 70 Prostituierte arbeiten dort im Schichtbetrieb.

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