Sonnenschutz-Test

Sonnencremes im Test

Richtig sonnen, ohne rot zu werden

Discounter-Sonnencremes, -öle, -lotionen und -sprays sind bei Hautschutz und Pflege die besten. Und sie kosten am wenigsten. Zu diesem Ergebnis kommt das unabhängige Verbrauchermagazin „Test“ in seiner Juli-Ausgabe. Die Stiftung Warentest hatte insgesamt 20 Produkte geprüft und befand, dass die edlen Kosmetikhersteller weniger gut wegkommen. Die mit 18,70 Euro pro 100 Milliliter fast teuersten Produkte von Avon und eco bekamen nur ein „Mangelhaft“, weil bei ihnen der heute gängige UV-A-Schutz fehlt. Die Discounter hingegen sind mit Preisen von 1,20 bis 2,50 Euro pro 100 Milliliter „Gut“. Dichtauf folgen Tiroler Nussöl (13,90 Euro), Biotherm (9,95 Euro) und zwei Nivea-Produkte (5 Euro).

Insgesamt waren die Ergebnisse recht positiv, 14 von 20 Produkten bekamen die Gesamtnote „Gut“. Alle Produkte sind außerdem gut hautverträglich. Wer zu trockener Haut neigt, sollte besonders auf das Kriterium „Feuchtigkeitsanreicherung“ achten. Eines konnten die Prüfer jedoch noch nicht bewerten: die Wirkung von Nanopartikeln in einigen Sonnencremes mit reflektierenden Pigmenten aus Titandioxid oder Zinkoxid. Diese Stoffe sind an sich unbedenklich, doch in Form von Nanopartikeln noch ungenügend erforscht. Nach dem Stand des Wissens können sie gesunde Haut nicht durchdringen, welche Wirkung sie aber bei geschädigter Haut im Körper entfalten, ist noch unklar. Ab 2013 müssen Nanopartikel deshalb auf der Verpackung deklariert sein.

Nachcremen nach dem Baden

Dass gute Sonnencremes günstig sind, hat noch einen weiteren Vorteil, denn hier gilt: Viel hilft auch viel. Experten geben folgende Daumenregel: Ein 1,80 Meter großer Mann braucht für einen Ganzkörperschutz 40 Milliliter, das entspricht etwa drei Esslöffeln. Und man sollte möglichst nachcremen, vor allem nach dem Baden. Dann ist der UV-Schutz optimal. Folgende Rechnung macht die Stiftung Warentest auf: Bei zweimal Eincremen à 40 Milliliter reicht eine 250-Milliliter-Flasche für diese eine Person gerade mal gut drei Tage.

Allerdings gibt es auch gefährliche Irrtümer: So verlängert das mehrfache Eincremen an einem Tag nicht die Gesamtzeit, die man unbeschadet in der Sonne verbringen kann. Die empfohlenen Maximalzeiten sind dann lediglich realistischer. Aber wenn das Lichtbad mit Sonnenschutz beispielsweise drei Stunden nicht überschreiten soll, dann gilt das eben für diesen einen ganzen Tag.

Das sind die empfohlenen Zeiten – zunächst ohne Sonnenschutzmittel bei zuvor noch ungebräunter Haut. Hauttyp I (keltischer Typ – sehr helle Haut, rötliche Haare, Sommersprossen, blaue Augen) = 5 bis 10 Minuten. Hauttyp II (germanischer Typ – blond, blaue, graue oder grüne Augen) = 10 bis 20 Minuten. Hauttyp III (Mischtyp – dunkelblond, graue oder braune Augen) = 20 bis 30 Minuten. Hauttyp IV (mediterraner Typ – hellbraune Haut, dunkle Haare, braune Augen) = 40 Minuten. Diese Angaben multipliziert man mit dem Schutzfaktor („Sun Protection Factor – SPF“ bzw. dem Lichtschutzfaktor) der Sonnencreme, dann erhält man die maximale Besonnungszeit, ohne dass man sich verbrennt.

Die Vorkehrungen gelten in besonderem Maß für Kinder. Ihre Haut hat noch nicht die Reparaturmechanismen eines Erwachsenen. Deshalb sollte man sie an Sommertagen über die Mittagsstunden ganz im Schatten lassen und sonst die Haut stets mit Kleidung und Hut (Nackenschutz!) bedecken. Und wenn man sie schon der Sonne aussetzt, dann mit einem hohen Schutzfaktor von 50. Um es klar zu sagen: Eltern, die ihre Kinder einem Sonnenbrand aussetzen, vergrößern dramatisch deren Risiko, später Hautkrebs zu bekommen. Im Kindesalter wiegt UV-verbrannte Haut vielfach schwerer.