Damen-Rasierer

Glatte Haut ist teuer

Stiftung Warentest hat Nassrasierer für Frauen geprüft.

Foto: dpa Themendienst

Für den männlichen Teil der Menschheit ist schwer nachzuvollziehen, was sich Frauen bisweilen freiwillig antun. Zum Beispiel mit einem Epiliergerät die Haare samt Wurzel aus den Beinen rupfen. Im Vergleich zum Haarschnitt mag das Ergebnis der tiefgründigen Epilation perfekter sein, und die Haarlosigkeit hält länger vor, schmerzärmer ist glatte Haut jedenfalls mit dem Nassrasierer zu erreichen.

Das ist auch die bevorzugte Variante bei deutschen Frauen. Auf welche Art auch immer: Laut einer Studie der Universität Leipzig entfernen sich 80 Prozent der jungen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren gelegentlich oder regelmäßig die Haare an den Beinen, in der Bikinizone und unter den Achseln, bei den über 60-Jährigen ist es jede fünfte.

In Bezug auf Schmerzfreiheit gibt es aber auch zwischen den Nassrasieren Unterschiede, wie die Stiftung Warentest erläutert. In der Juli-Ausgabe von „Test“ berichtet sie, dass einige Geräte bei der Hautschonung nur mit „befriedigend“ abschneiden. Ein „Raspelrudi“ tituliertes Produkt, der „Wilkinson Sword Lady Protector“, führte bei der Prüfung sogar gelegentlich zu Verletzungen, weshalb das schnittfreudige Schwert als einziges Gerät nur ein Ausreichend erhielt.

Viele gute und sehr gute Geräte

Insgesamt 20 Rasierer mussten sich in der praktischen Prüfung bewähren, 14 Systemrasierer mit Wechselklingen und sechs Einwegrasierer. Hinzu kamen noch sechs baugleiche Systemgeräte und drei Einwegvarianten, die unter anderen Handelsmarken vertrieben werden, aber mit anderen im Test baugleich sind. Die meisten Geräte gehen durchaus schonend ans Werk, und auch das Rasierergebnis kann sich meist sehen lassen. Unter den 20 Systemrasierern bekamen immerhin sechs die Endnote „sehr gut“ und fünf ein Gut. Zwei errangen nur ein Befriedigend und der erwähnte „Raspelrudi“ ein Ausreichend. Bei den sechs Einwegrasieren kam einer auf „sehr gut“, zwei auf „gut“ und drei auf ein Befriedigend.

Die Ergebnisse in dem unabhängigen Verbrauchermagazin „Test“ sind beileibe nicht immer so, aber in diesem Fall bestätigt sich: Qualität hat ihren Preis. In beiden Produktgruppen zeigte sich, dass die teureren Rasierer auch die besseren waren. Die Preise rangieren zwischen 3,45 und 10,50 Euro für die System- und 0,85 bis 5,90 Euro für die Einwegvarianten (mittlere Verkaufspreise). Gillette kam bei Systemgeräten gleich viermal auf „Sehr gut“-Bewertungen, nahezu ebenbürtig wurden zwei Wilkinson-Produkte bewertet. Auch bei den Einmalgeräten lag Gillette mit einem „Sehr gut“-Urteil vorn, gefolgt von Wilkinson und Rossmann/Isana mit „guter“ Bewertung.

25 Frauen hatte die Stiftung Warentest als Prüferinnen engagiert, hinzu kamen zehn speziell geschulte Probandinnen, ein „Supervisor“ und ein Experte. Jede Prüferin testete jedes Produkt – und zwar jeweils zwei im unmittelbaren Vergleich an je einer Körperhälfte. Rasierergebnis und Hautschonung flossen mit je 40 Prozent Anteil in das Gesamtergebnis ein, die Handhabung mit 20 Prozent.

Auch Herrenrasierer überzeugen

Auch ein Herrenrasierer wurde zum Vergleich mitgetestet, da einige Frauen, so die Erkenntnis der Stiftung, Herrenrasierer bevorzugen. Ergebnis: Die besten Damenrasierer schnitten in Bezug auf Haarfreiheit ebenso gut ab wie der Herrenrasierer Gillette Mach 3. Doch die Damenvarianten erwiesen sich als ergonomischer: Vor allem mit jenen, die abgerundete Schwingköpfe besitzen, kommt frau besser an schwer erreichbare Regionen wie die Achselhöhlen heran.

Die Zahl der Klingen im Rasierer erwies sich als kein absolutes Qualitätskriterium, drei Klingen konnten ein ebenso gutes Ergebnis erzielen wie sechs. Weniger als drei empfehlen die Prüfer aber nicht, sonst bleiben Stoppeln stehen. Einwegklingen sind zwar günstiger, aber nach den Testerfahrungen halten die Klingen der Systemrasierer länger, sodass sich der höhere Kaufpreis amortisiert.

Abhängig von der rasierten Fläche und der Haardichte halten die Klingen der besten Systemrasierer für gut 20 Rasuren, die der Einmalrasierer sind im schlechtesten Fall schon nach drei bis vier Rasuren reif für den Mülleimer. Und noch ein paar Tipps der Warentester: stumpf werdende Klingen austauschen, sie verursachen eher Verletzungen. Größere Packungen an Ersatzklingen sind pro Klinge günstiger als Kleinpackungen. Und: Ein Test im Jahr 2008 zeigte, dass Nassrasierer gründlicher arbeiten als Elektrorasierer. Die kappen die Haare nicht so dicht an der Haut.

Die vollständigen Ergebnisse finden Sie im Juli-Heft von „Test“ oder auf www.test.de/haarentfernung