Urteil

Haftstrafe für Berliner nach Messerangriff auf Ex-Frau

Als seine Ex-Frau morgens in Kreuzberg auf dem Weg zum Bäcker war, stach er auf sie ein. Dafür muss der Berliner fast fünf Jahre in Haft.

Foto: schroeder

Nach einem lebensgefährlichen Messerangriff auf seine geschiedene Ehefrau muss ihr Ex-Mann vier Jahre und zehn Monate in Haft. Das Berliner Landgericht verurteilte den 48-jährigen Mann am Montag wegen versuchten Totschlags. Die Schwurgerichtskammer ging von einer Verzweiflungstat und verletzter Eitelkeit aus. Der Angeklagte hatte den Angriff gestanden und sich bei der Frau und den beiden gemeinsamen Kindern entschuldigt. „Ohne Drogen wäre die Tat nicht passiert“, hatte der Familienvater erklärt. Die Richter entschieden auf eine verminderte Schuldfähigkeit.

Eigenen Angaben nach hatte der Mann am 6. Oktober 2011, wenige Tage nach der Scheidung, eine Aussprache gesucht. Er habe gehofft, die Frau umzustimmen. Als sie abblockte, sei er verzweifelt gewesen. Sie wollte gehen, er habe sich von seinen Emotionen hinreißen lassen und zugestochen, bekannte sich der Angeklagte zu der Tat auf der Kreuzberger Bergmannstraße. Die 40 Jahre alte Hausfrau musste im Krankenhaus behandelt werden.