Rechtsextremismus

Schweineköpfe vor Moschee - Tatverdächtiger festgenommen

Die Polizei hat in Berlin einen mutmaßlichen Rechtsextremisten festgenommen. Er soll vor der Sehitlik-Moschee Schweineköpfe abgelegt haben.

Foto: Steffen Pletl

Zwei Monate nach der islamfeindlichen Schweinekopf-Attacke gegen die Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Ermittler durchsuchten am Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr die Wohnung und das Auto eines 25-Jährigen in Lichtenrade.

Der Mann aus der rechtsextremen Szene steht im Verdacht, Ende April zwei abgetrennte Schweineköpfe vor dem größten islamischen Gotteshauses in Berlin abgelegt zu haben. Der Vorfall ist eine schwere Beleidigung für Moslems, denn das Schwein gilt im Islam als unreines Tier.

Nach Informationen der Zeitung „Bild“ soll der 25-Jährige zum Umfeld der „Autonomen Nationalisten“ gehören.

Zu der Tat hat er sich in einer ersten Vernehmung noch nicht geäußert. In der Vergangenheit soll gegen ihn wegen Widerstandes, Körperverletzung und fremdenfeindlicher Beleidigung ermittelt worden sein.

Auf die Spur des 25-jährigen Deutschen hatten am Tatort aufgefundene Beweismittel geführt. Daraufhin war der Supermarkt ermittelt worden, wo die Schweineköpfe von dem Beschuldigten gekauft worden war.

Nach seiner Vernehmung sei der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Für einen Haftbefehl seien die Voraussetzungen wegen des zu erwartenden Strafmaßes nicht gegeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen gegen den 25-Jährigen dauerten aber weiter an. Eine Anklage wegen der Beschimpfung von religiösen Bekenntnissen und Beleidigung sei nach wie vor nicht ausgeschlossen.

Ermittler prüfen zudem, ob er für weitere islamfeindliche Taten in Frage kommt. Die Moschee war zuvor mit Farbbeuteln beworfen worden und erhielt Drohbriefe, in denen Ausländer unter Gewaltandrohung zur Ausreise aufgefordert wurden. Auch wurde vor der Moschee ein Bild mit religionsverachtendem Inhalt gefunden.