Ermittlungserfolg

Brutaler Schläger vom Berliner Alexanderplatz gefasst

Der Mann soll eine Frau mit Tritten schwer verletzt haben. Polizisten stellten ihn, als er in Köln über eine rote Fußgängerampel ging.

Foto: Berliner Polizei

Von dem Angreifer vom S-Bahnhof Alexanderplatz fehlte jede Spur – bis er in Köln bei roter Fußgängerampel eine Straße überquerte. Rund einen Monat nach der brutalen Attacke auf eine Frau im Berliner S-Bahnhof Alexanderplatz hat die Polizei den mutmaßlichen Täter in Köln festgenommen.

Beamte waren am Montagvormittag auf den 23-Jährigen im Stadtteil Weiden aufmerksam geworden, weil er sich nicht an die Verkehrsregeln hielt. Bei der Überprüfung stellten sie fest, dass der Mann wegen Verdachts auf Mordversuch zur Fahndung ausgeschrieben war, und nahmen ihn fest, wie ein Sprecher der Berliner Polizei am Dienstag berichtete.

Der Mann soll am frühen Morgen des 23. Mai 2012 eine alkoholisierte 35-Jährige im Bahnhof Alexanderplatz unvermittelt niedergeschlagen und gezielt auf sie eingetreten haben. Eine Überwachungskamera filmte das Geschehen. Das später veröffentlichte Video war wegen der grausamen Gewaltszenen nur in Auszügen zu sehen und wurde durch Berichte von Ermittlern ergänzt. Als das Opfer am Boden lag, trat der Täter mit voller Wucht gegen ihren Kopf und Oberkörper. Wegen der Brutalität ermittelte eine Mordkommission wegen versuchten Mordes.

Zigaretten und Schlüssel geraubt

Erst als ein 39 Jahre alter Passant ihn ansprach, flüchtete der Schläger damals – mit den Zigaretten und dem Schlüssel der Frau. Sie kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus, aus dem sie inzwischen entlassen wurde. Nach Angaben von Ermittlern stammt die obdachlose Frau mit polnischem Pass aus dem Berliner Trinkermilieu.

Anhand der Überwachungsbilder und eines Hinweises aus der Bevölkerung konnten die Fahnder schließlich am 18. Juni den Namen des mutmaßlichen Angreifers ermitteln. Daraufhin wurde Haftbefehl erlassen und der Mann zur Festnahme ausgeschrieben. Der 23-Jährige soll in den kommenden Tagen in die Justizvollzugsanstalt Moabit gebracht werden. Die Ermittlungen dauern an.

Zur Aufklärung des Falls hat vor allem ein Passant beigetragen, der sich nach der Tat bei der Polizei meldete. Mit seinem Eingreifen auf dem Bahnhof hatte er vermutlich Schlimmeres verhindert. Der 39-Jährige lieferte den Ermittlern eine umfassende Täterbeschreibung; demnach soll der Schläger deutscher Herkunft sein.

Am Bahnhof Alexanderplatz kam es wiederholt zu brutalen Attacken: Erst im März und im April wurden zwei Männer bei Überfällen lebensgefährlich verletzt. Die Täter sind inzwischen gefasst. Attacken in Berliner Bahnhöfen mehrten sich zuletzt. Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei 4847 Körperverletzungen im öffentlichen Nahverkehr – das waren 401 Fälle mehr als 2010.